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B a c h m a n n.
nur verwiesen. Doch will Neumann wenigstens die Baiern als
Deutsche erkennen, was seine Hypothese an sich freilich nicht
befestigt, da der germanische Charakter jenes ,Stammvolkes'
selbst nichts weniger als gesichert ist.
Andere nahmen zwischen den Streitern für die keltische
oder deutsche Abkunft der Baiern eine vermittelnde Stellung,
wie J. F. Huschberg 1 und v. Koch - Sternfeld. 2 Ersterer gesellte
den Bojern als Stammvätern der Baiern noch die Skyren
hinzu, über deren Verhältniss zu den Rügen und deutsche Abstammung
heute kein Zweifel obwaltet, ausserdem die Osier,
die nach des Tacitus Bericht im nordungarischen Berglande
wohnten und von pannonischer Herkunft waren. 3 Sternfeld
wollte neben den Kelten auf der vindelicischen Hochebene
wenigstens das deutsche Volk der Heruler im östlichen Ennslande
und um Salzburg herum nachweisen. Beiden hat K. Zeuss
die gebührende Antwort zu Theil werden lassen. 4
Diese Zusammensetzung verschiedener Völker geleitet uns
naturgemäss zu der streng föderalistischen Anschauung Pfister’s, 5
Mannert’s, 6 Rudhardt’s, 7 Rettberg’s, 8 Contzen’s, 9 und in letzter
Zeit K. Müllenhoff’s 10 und M. Rieger’s 11 hinüber, die behaupten,
1 J. F. Huschberg, Aelteste Geschichte des durchlauchtigsten Hauses
Scheiern-Wittelsbach, München 1834.
2 A. v. Koch-Sternfeld, Zur bairischen Fürsten-, Volks- und Kulturgeschichte.
Abhandlungen der Münchner k. Akademie der Wissenschaften 1837.
3 Tacitus, Germania, cap. 28: . . ab Osis Germanoruin natione; cap. 43:
Osos Pannonica lingua coarguit non esse Gennanos.
4 Zeuss, Die Herkunft der Baiern, S. 47— 51.
6 J. H. Pfister, Pragmatische Geschichte von Schwaben, vier Theile, Heilbronn
1803—1817.
6 K. Männert, a. a. O., Die älteste Geschichte Bajoariens und seiner Bewohner,
Nürnberg und Sulzbach 1807.
I G. Th. Rudhardt, Aelteste Geschichte Baierns, Hamburg 1841.
8 F. W. Rettberg, Kirchengeschichte Deutschlands, zwei Bände, Göttingen
1846—1848.
9 M. Th. Contzen, Gesch. Bayerns, Abth. I, Münster 1853.
10 K. Müllenhoff, Zur Geschichte der Nibelungensage bei M. Haupt, Zeitschr.
für die Alterth., X. S. 150; vergl. XI. 286. Der sonst so scharfblickende
Müllenhoff hat offenbar die Sache nicht besonders vorgenommen.
II M. Rieger, Ingävonen, Istävonen, Hermionen bei Haupt, Zeitschrift XI.
S. 203. Aus Ammer oder Amper (Fluss und Thal) folgert Rieger sogar
auf die Anwesenheit von Ambronen, die natürlich aus der Cimberu-