Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

828

B  a  c  h  m  a  n  n.

nur  verwiesen.  Doch  will  Neumann  wenigstens  die  Baiern  als
Deutsche  erkennen,  was  seine  Hypothese  an  sich  freilich  nicht
befestigt,  da  der  germanische  Charakter  jenes  ,Stammvolkes'
selbst  nichts  weniger  als  gesichert  ist.
Andere  nahmen  zwischen  den  Streitern  für  die  keltische
oder  deutsche  Abkunft  der  Baiern  eine  vermittelnde  Stellung,
wie  J.  F.  Huschberg  1  und  v.  Koch  -  Sternfeld. 2  Ersterer  gesellte ­
  den  Bojern  als  Stammvätern  der  Baiern  noch  die  Skyren
hinzu,  über  deren  Verhältniss  zu  den  Rügen  und  deutsche  Abstammung ­
  heute  kein  Zweifel  obwaltet,  ausserdem  die  Osier,
die  nach  des  Tacitus  Bericht  im  nordungarischen  Berglande
wohnten  und  von  pannonischer  Herkunft  waren. 3  Sternfeld
wollte  neben  den  Kelten  auf  der  vindelicischen  Hochebene
wenigstens  das  deutsche  Volk  der  Heruler  im  östlichen  Ennslande ­
  und  um  Salzburg  herum  nachweisen.  Beiden  hat  K.  Zeuss
die  gebührende  Antwort  zu  Theil  werden  lassen. 4
Diese  Zusammensetzung  verschiedener  Völker  geleitet  uns
naturgemäss  zu  der  streng  föderalistischen  Anschauung  Pfister’s, 5
Mannert’s, 6  Rudhardt’s, 7  Rettberg’s, 8  Contzen’s, 9  und  in  letzter
Zeit  K.  Müllenhoff’s  10  und  M.  Rieger’s 11  hinüber,  die  behaupten,

1  J.  F.  Huschberg,  Aelteste  Geschichte  des  durchlauchtigsten  Hauses
Scheiern-Wittelsbach,  München  1834.
2  A.  v.  Koch-Sternfeld,  Zur  bairischen  Fürsten-,  Volks-  und  Kulturgeschichte.
Abhandlungen  der  Münchner  k.  Akademie  der  Wissenschaften  1837.
3  Tacitus,  Germania,  cap.  28:  .  .  ab  Osis  Germanoruin  natione;  cap.  43:
Osos  Pannonica  lingua  coarguit  non  esse  Gennanos.
4  Zeuss,  Die  Herkunft  der  Baiern,  S.  47—  51.
6  J.  H.  Pfister,  Pragmatische  Geschichte  von  Schwaben,  vier  Theile,  Heilbronn ­
  1803—1817.
6  K.  Männert,  a.  a.  O.,  Die  älteste  Geschichte  Bajoariens  und  seiner  Bewohner, ­
  Nürnberg  und  Sulzbach  1807.
I  G.  Th.  Rudhardt,  Aelteste  Geschichte  Baierns,  Hamburg  1841.
8  F.  W.  Rettberg,  Kirchengeschichte  Deutschlands,  zwei  Bände,  Göttingen
1846—1848.
9  M.  Th.  Contzen,  Gesch.  Bayerns,  Abth.  I,  Münster  1853.
10  K.  Müllenhoff,  Zur  Geschichte  der  Nibelungensage  bei  M.  Haupt,  Zeitschr.
für  die  Alterth.,  X.  S.  150;  vergl.  XI.  286.  Der  sonst  so  scharfblickende
Müllenhoff  hat  offenbar  die  Sache  nicht  besonders  vorgenommen.
II  M.  Rieger,  Ingävonen,  Istävonen,  Hermionen  bei  Haupt,  Zeitschrift  XI.
S.  203.  Aus  Ammer  oder  Amper  (Fluss  und  Thal)  folgert  Rieger  sogar
auf  die  Anwesenheit  von  Ambronen,  die  natürlich  aus  der  Cimberu-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.