Die Einwanderung der Baiern.
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zeitigen Jornandis ausdrücklichem Zeugnisse sich den Gepiden
zunächst über das grosse Tiefland im Osten und Norden der
Karpathen, im Westen aber nur bis zur Weichsel ausbreiten.
Ein Blick auf die Karte zeigt: Der Weg der Heruler von den
Gepiden zu den Slaven führte kurz und direct durch das
Popradthal im Osten, oder den Jablunkapass im Westen des
Tatra, aus dem Theissgebiete ins Weichselland hinüber. Von
da nach Nordwesten weiter ziehend gelangten die Wanderer
in die verlassenen Suebensitze an der mittleren Oder, berührten,
sich zur Elbe wendend, die östlichen Sachsen und
erreichten, dem Strome folgend, die Grenze des Dänengebietes,
von wo sie eine kurze Seefahrt zur Insel Thule führte, wo
sie blieben. 1
Von einem Zuge der Heruler durch Böhmen zu reden,
ist also reine Willkühr. Man sieht auch durchaus nicht ein,
warum sie durch das weit im Westen gelegene Bergland hätten
ziehen sollen und nicht an den natürlichen Wanderstrassen der
Völker, den Flussthälern im Osten von Böhmen hinauf und
hinab; dann hätten sie den Zug durch Böhmen angenommen,
auch nicht viele Slaven Völker treffen können, sondern nur
eines, die Czechen; nicht in die Einöden an der Oder, sondern
zu den Thüringern hätte sic der weitere Weg führen müssen.
Etwa zu glauben, dass sie von Böhmen gegen die Oder zurück
nach Nordost und von da zu den Sachsen nach Nordwest gezogen,
hiesse eben jede besonnene Forschung aufgeben.
Resultat des bisher Gesagten ist, dass man die Markomannen
eben auch nach dem Aufbruche Attila’s gegen Gallien
in Böhmen suchen müsse. Freilich gilt von der nachfolgenden
Zeit, was sich auch schon von dem vorangehenden vierten
Jahrhunderte sagen lässt: es fehlt jede weitere Nachricht, die
man direct auf Böhmen beziehen kann. 2
usque ad Danastrum, et in borearn Viscla tenus eommorantur etc.
Vergl. Proc. de bello Goth. IV. 4.
1 Prokopius, De bello Goth. 1. c. pEpouXoi] . . h tozeavov a^ixopEVoi IvautÖ.Aovto,
0ooXr) te -poayovTE^ trj vrjoo) autou l'piEivav. K. Müllenhoff und
M. Rieger, Ingävonen, Istävonen, Hermionen in M. Haupt’s Zeitschrift
f. d. A. XI. Berlin 1856, S. 201 verstehen unter Thule die Insel Seeland
der dänischen Inselgruppe.
2 Palacky, Geschichte Böhmens, I. S. 49 a. a. 0.