Die Einwanderung der Baiern.
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so wie ihre umsitzenden Nachbarn, sich an dem Angriffe auf
die Römergrenze betheiligt haben. Zu untersuchen bleibt die
Art und Weise, in der dies geschehen ist.
Abgesehen von der bereits berührten Verschiebung der burgundischen
und alemannischen Sitze finden wir hinterher blos
Vandalen und Alanen, dann die Sueben-Semnonen 1 wirklich im
Westen sesshaft. Warum diese? Weil eben sie allein von harter
Noth getrieben in ganzer Masse gegen Gallien aufgebrochen
waren. Die Vandalen hatten, von den Gothen geschlagen, im
Verein mit einem Alanenhaufen sich unter römischer Hoheit in
Pannonien niedergelassen. Zu trotzig den Römern zu gehorchen, 2
sobald sich ihr Volksthum wieder gekräftigt, und doch ausser
Stande den übermächtigen Gothen ihr altes Gebiet zu entreissen,
behielten sie dann keine andere Wahl als nach dem Westen
abzuziehen. 3 Die Semnonen, die zuletzt von den umwohnenden
Suebenstämmen dem Wanderzuge nach dem Süden gefolgt
waren (circa 400 n. Chr.), hatte der Gothenkönig Hunimund aufgehalten
und zum Abzüge nach Westen genöthigt. 4 Sie waren
ebenso wie jene heimatslos. Dagegen steht fest: die Heruler
benützten die allgemeine Verwirrung nur dazu, um als Seeräuber
die gallischen Küsten zu plündern; von Sarmaten,
Gepiden und Pannonien schlossen sich blos einzelne, offenbar -
wenig starke Haufen den abziehenden Vandalen und Alanen
an, unter denen sie bald verschwinden; 5 wir finden diese
1 J. Die Identität der Semnonen mit den später in Spanien anwesenden
Sueven zeigt Zeuss, S. 4S7. Darnach muss auch seine Bemerkung S. 450
Anm., dass wahrscheinlich Quaden statt Sueben stehen, verstanden werden;
doch erscheint die Vermuthung nicht noth wendig.
2 Jordanis c. 22: ibique etc. imperatorum decret.is nt incolae famnlarunt.
Jordanis c. 31.
4 Zeuss, Die Deutschen, S. 458. Jordanis, cap. 48. Gegen Zeuss und
R. Köpke, der (Anfänge des Königthums bei den Gothen, Berlin 1859,
S. 138) unter den Suavi Marcomannen und Quaden verstehen will, wendet
sieh mit Heftigkeit E. A. Quitzmann, Die älteste Geschichte der Baiern,
Braunschweig 1873, S. 56. Aber sein Argument, der Hinweis auf die
geographische Lage, spricht eben fiir Zeuss’ Ansicht, da zur Zeit der
Schlacht Gothen und Hunnen noch im Osten der Karpathen sassen.
Vergl. a. a. 0. Jordanis c. 48 . . quos (Gothos) constat .
in eadem patria remorasse.
5 Zeuss, Die Deutschen, S. 450, Anm. In den meisten Quellen werden darum
auch blos die Hauptvölker, Vandalen, Alanen und Sueben, genannt.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. XC1. Bd. II. Hft. 53