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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Büdinger.

dass  ihm  durch  die  ,Noth  der  Zeit  der  persönliche  Verkehr
mit  den  gelehrtesten  Männern  entzogen  sei'.  1  Es  ist  die  Zeit
der  beginnenden  Verfolgung  der  Katholiken  nach  der  Wahl
Papst  Johannes  I.  am  13.  August  523, 2  aber  vor  den  Executionen
  des  Boetius,  der  unter  den  Gelehrtesten  wohl  zunächst
gemeint  sein  mag,  und  des  Symmachus  und  der  Einkerkerung
des  Papstes,  vielleicht  während  der  von  dem  Könige  befohlenen
Gesandtschaftsreise  des  Papstes  und  mehrerer  Senatoren,  vielleicht ­
  auch  katholischer  Bischöfe, 3  nach  Constantinopel,  wahrscheinlich ­
  aber  nach  Boetius’  Verhaftung  im  Jahre  524.  Das
ganze  anicische  Geschlecht  und  seine  Freunde  oder  Anhänger,
zu  denen  Eugipius  gezählt  werden  darf,  mussten  sich  durch
die  folgende  Katastrophe  getroffen  fühlen.
Etwa  nach  einem  weitern  Jahrzehnt,  im  Jahre  533  erhalten ­
  wir  die  nächste  Nachricht  über  unseren  Autor.  Am
Neujahrstage  dieses  Jahres  starb  Fulgentius. 4  Noch  vor  der
Wahl  seines  Nachfolgers  Felicianus,  gegen  Ende  des  Jahres, 5
wendete  sich  Eugipius  in  einem  ersten  Briefe  an  den  dem
Verstorbenen  nahe  befreundeten  Diacon  Ferrandus  in  Carthago,
  den  er  irrig  für  den  bestimmten  Nachfolger  auf  dem
Bischofstuhle  von  Ruspae  hielt,  um  eine  dogmatische  Auskunft.
Ein  arianischer  gothischer  Graf  hatte  Eugipius  —  merkwürdig
genug,  so  kurz  vor  den  Siegen  Justinians  — :  um  Auskunft
über  die  Differenzen  des  arianischen  und  katholischen  Glaubensbekenntnisses ­
  ersucht. 0  Deshalb  schrieb  er  an  den  Freund

1  Quia  necessitate  temporis  a  doctissimorum  virornm  collatione  distractus,
non  quo  debui  librum  splendore  digessi.
2  Erst  von  da  an  bezeichnet  die  erste  zwischen  530  und  532  abgeschlossene ­
  Fortsetzung  des  Papstbuehes  Theodorieh  als  Häretiker.  Du
Chesne  p.  27.
2  Dahn  II,  172,  III,  237.
4  Vita  anonymi  c.  64,  p.  149  Migne.
5  Morcellius,  Africa  sacra,  I,  265,  III“,  533.
8  Alles  nach  Ferrandus’  Antwort  bei  Mai  nova  collectio  Ill b ,  163  bis  185
Haec  prima  vox  mutuae  salutationis  ornet  consacretque  primitias  —  —
ut  —  —  Fulgentii  —  me  —  putes  nunc  esse  successorem  p.  169.  Ferrandus’ ­
  Correspondenz  mit  Fulgentius  (Migne  LXV,  378  sq.)  bestätigt  ihr
nahes  Verhältniss.  Fulgentius  behandelt  ihn  als  condiaconus,  nicht  wie
Monimus  als  Sohn  und  Schüler.  Ein  unserm  Briefe  in  der  Haltung  verwandter ­
  des  Ferrandus  ad  Reginum  comitem,  wie  sich  ein  frommer
            
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