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Büdinger.
ihn aus Rom zu entfernen, begab sich Laurentius auf ein
Landgut (praedia) dieses seines Gönners, wo er, wie sein
Lobredner sagt, unter ausserordentlicher Enthaltsamkeit (sub
ingenti abstinentia) noch vor Symmachus’ Tode sein Lebensende
fand. Der asketische Zug, der an ihm gepriesen ist, erinnert
an die Haltung, die an Proba und Paschasius gerühmt wird,
und steht in besonders scharfem Gegensätze zu den Vorwürfen
wegen Sinnengenuss, die gegen Symmachus erhoben wurden,
offen vor Theodorich und auf den Synoden und vollends in
der Oppositionsschrift.
Nicht nur eine sehr umfangreiche, officielle, kirchliche
Literatur entstand während dieses Streites: eine ganze Reihe
von Fälschungen, die erst ganz neuerlich aufgedeckt worden
sind, 1 ist damals verfertigt worden.
Das ist die Lage, in welcher Paschasius in seiner Opposition
verharrte. Seinen Tod können wir, da er vor dem des
Laurentius, dieser aber einige Zeit vor dem des Symmachus
erfolgte, 2 nunmehr auf das Jahr 512 oder 513 fixiren. Als
Diacon der römischen Kirche kann er aber nur von Laurentius
selbst bestellt worden sein; denn in den beiden Verzeichnissen
der sieben Diacone, welche uns aus den Jahren 494
unter Papst Gelasius und 499 eben unter Symmachus selbst
erhalten sind, und welche ganz dieselben Namen zeigen, fehlt
der des Paschasius. 3
Man begreift hiernach, was es schon an sich bedeutet,
wenn ihm Eugipius, da er (§. 3) das Commemoratorium zu sehen
wünscht, schreibt als Domino sancto ac venerabili Paschasio
diacono, ihm seine unbedingte Verehrung zu erkennen gibt:
te superstite (§. 2) darf kein Laie Severinus’ Leben schreiben;
1 Du Chesne 165 ff.
2 Nur so erklärt sich doch in der Oppositionsschrift nach dem Berichte
von Laurentius’ Tode der Satz: Symmachum vero postmodum quamvis
victorem de multis rebus fama decoloravit.
3 Das Verzeichniss von 494 fand ich nur bei Panvinius, epitome pontificum
Romanorum (Romae 1557) p. 21, das von 499 steht unter Andern bei
Hardouin II. 962 und mit unerheblichen Varianten bei Mansi VIII, 237 sq.
Der einzige hier fehlende Caelius Johannes hat im Jahre 506 seinen
Beitritt erklärt. (Ib. 238.) Ich bemerke jedoch, dass die Regionszahlen
der Diacone in beiden Verzeichnissen differiren. Die Abgrenzung der
Regionen liegt nun bei Rossi, Roma sotteranea III, 515 ff. vor.