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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Büdinger.

ihn  aus  Rom  zu  entfernen,  begab  sich  Laurentius  auf  ein
Landgut  (praedia)  dieses  seines  Gönners,  wo  er,  wie  sein
Lobredner  sagt,  unter  ausserordentlicher  Enthaltsamkeit  (sub
ingenti  abstinentia)  noch  vor  Symmachus’  Tode  sein  Lebensende
fand.  Der  asketische  Zug,  der  an  ihm  gepriesen  ist,  erinnert
an  die  Haltung,  die  an  Proba  und  Paschasius  gerühmt  wird,
und  steht  in  besonders  scharfem  Gegensätze  zu  den  Vorwürfen
wegen  Sinnengenuss,  die  gegen  Symmachus  erhoben  wurden,
offen  vor  Theodorich  und  auf  den  Synoden  und  vollends  in
der  Oppositionsschrift.
Nicht  nur  eine  sehr  umfangreiche,  officielle,  kirchliche
Literatur  entstand  während  dieses  Streites:  eine  ganze  Reihe
von  Fälschungen,  die  erst  ganz  neuerlich  aufgedeckt  worden
sind, 1  ist  damals  verfertigt  worden.
Das  ist  die  Lage,  in  welcher  Paschasius  in  seiner  Opposition ­
  verharrte.  Seinen  Tod  können  wir,  da  er  vor  dem  des
Laurentius,  dieser  aber  einige  Zeit  vor  dem  des  Symmachus
erfolgte, 2  nunmehr  auf  das  Jahr  512  oder  513  fixiren.  Als
Diacon  der  römischen  Kirche  kann  er  aber  nur  von  Laurentius ­
  selbst  bestellt  worden  sein;  denn  in  den  beiden  Verzeichnissen ­
  der  sieben  Diacone,  welche  uns  aus  den  Jahren  494
unter  Papst  Gelasius  und  499  eben  unter  Symmachus  selbst
erhalten  sind,  und  welche  ganz  dieselben  Namen  zeigen,  fehlt
der  des  Paschasius. 3
Man  begreift  hiernach,  was  es  schon  an  sich  bedeutet,
wenn  ihm  Eugipius,  da  er  (§.  3)  das  Commemoratorium  zu  sehen
wünscht,  schreibt  als  Domino  sancto  ac  venerabili  Paschasio
diacono,  ihm  seine  unbedingte  Verehrung  zu  erkennen  gibt:
te  superstite  (§.  2)  darf  kein  Laie  Severinus’  Leben  schreiben;
1  Du  Chesne  165  ff.
2  Nur  so  erklärt  sich  doch  in  der  Oppositionsschrift  nach  dem  Berichte
von  Laurentius’  Tode  der  Satz:  Symmachum  vero  postmodum  quamvis
victorem  de  multis  rebus  fama  decoloravit.
3  Das  Verzeichniss  von  494  fand  ich  nur  bei  Panvinius,  epitome  pontificum
Romanorum  (Romae  1557)  p.  21,  das  von  499  steht  unter  Andern  bei
Hardouin  II.  962  und  mit  unerheblichen  Varianten  bei  Mansi  VIII,  237  sq.
Der  einzige  hier  fehlende  Caelius  Johannes  hat  im  Jahre  506  seinen
Beitritt  erklärt.  (Ib.  238.)  Ich  bemerke  jedoch,  dass  die  Regionszahlen
der  Diacone  in  beiden  Verzeichnissen  differiren.  Die  Abgrenzung  der
Regionen  liegt  nun  bei  Rossi,  Roma  sotteranea  III,  515  ff.  vor.
            
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