Eugipius, eine Untersuchung.
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in der Congregation und somit lange auch mit Eugipius
zusammen? gelebt hat •— in monasterii excubiis perseverans —
unterlässt er nicht, anzumerken, dass derselbe (c. 35, §. 1)
barbarus genere gewesen sei. Ich darf gleich hier bemerken,
dass Eugipius, trotz seiner römischen Abkunft, das römische
Reich, als er dieses Schriftchen im Jahre 511 verfasste, für
unwiderruflich untergegangen und das byzantinische keineswegs
für einen Ersatz desselben hielt. Er war somit von den
Selbsttäuschungen frei, welche vollends nach Justinians Siegen
die Geister bis in die Neuzeit gefangen hielten: per id tempus,
sagt er c. 20, §. 1, quo Romanum constabat Imperium: es ist
untergegangen wie die oberen Städte von Ufernoricum: dum
adhuc Norici Ripensis oppida superiora constarent, liest man
c. 11, §. 1.
Auch steht nichts im Wege, oben Ufernoricum als seine
Heimat anzusehen. 1 Hier sind ihm nach mehr als zwei Jahrzehnten
noch alle Locale und Wegentfernungen 2 geläufig.
Nächst der Umgebung von Faviana ist ihm die der Innmündung
besonders gegenwärtig (c. 19, 1, 22, 1). Ob er selbst
mit Severinus einen entferntem Punkt Rätiens wie Quintana 3
(c. 15 fg.) besuchte, muss trotz der genauen Localbeschreibung
zweifelhaft bleiben. Bei einem dort insgeheim geschehenen
Wunder glaubt er mindestens seine Quelle nennen zu müssen,
den Subdiacon Marcus und den Pförtner Maternus, welche ihm
die Sache erst nach Severins Tode erzählten. Ebenso erhellt
y
1 Einer neuerlich aufgetauchten irrigen Meinung halber bemerke ich, dass
Eugipius keineswegs überhaupt unter Noricum die südliche Provinz Mediterraneum
begreift, sondern, wie c. 37, erst in der Zeit, da die nördliche
einen Theil von Rugiland bildete. Nur in diesem Sinne will auch Severinus
seinen Leichnam ad Roinanam provinciam (c. 40, §. 4) gebracht
haben, was nicht gerade Italien bezeichnet.
2 In vicesimo ab urbe (Favianis) miliario (c. 31, §. 2); Ioviaco, viginti et
amplius a Batavis milibus disparatum (c. 24, §. 1); in secundo a Favianis
miliario (c. 10, §. 1). Die Entfernung von Batava nach Faviana bestimmt
er (c. 22, §. 4) mit centum et ultra milibus; per ducenta ferme milia
lässt er (c. 29, §. 3) Almosenbringer der Bärenspur folgen, wo die unrichtige
Zahl kaum von Eugipius herrühren kann.
3 Die Identificirung mit Platling an der Isar (Corpus inscriptionum latinaruin
III, 734) stimmt doch nicht zu Eugipius’ Angabe: super ripam
Danuvii situm, selbst wenn der parvus fluvius, cui Businca nomen, die
Isar sein sollte.