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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Eugipiuö,  eine  Untersuchung.  795
Nach  Beseitig'iing  dieser  Täuschungen  kann  ich  zu  den
authentischen  Nachrichten  übergehen.
Der  Namen  des  Biographen  ist  nicht  sicher  festzustellen.
In  jener  neapolitanischen  Datiruug  heisst  er  Egipius  presbyter
  et  abba.  Im  neunten  Jahrhundert  —  sowohl  in  den
Münchener  Fragmenten  des  Severinuslebens  bei  Sauppe  p.  1,
1.  27,  als  in  der  Sanct  Galler  Handschrift  Nr.  176  der  Augustinexcerpte
  1  erscheint  die  Form  Eugipius,  welche  auch  ich  in
Ueberschrift  und  Text  als  die  verhältnissmässig  bestbezeugte
beibehalte.  Sie  findet  sich  ferner  in  Mabillon’s  Abdruck  eines
Briefes,  den  Dionysius  exiguus  an  ihn  richtete, 2  in  den  Abdrücken ­
  der  unseren  Biographen  betreffenden  Stelle  bei  Isidorus
 3  und  wäre,  falls  hier  Dionysius’  und  Isidorus’  eigene
Schreibart  wiedergegeben  ist,  gut  genug  bezeugt.
Daneben  tritt  im  zehnten  Jahrhundert  die  Form  Eugepius
auf,  welche  die  von  Sauppe  benutzten  Vergleichungen  der  lateranensischen
  Handschrift  ausschliesslich  bieten, 4  während  die
von  ihm  nicht  benutzte  Turiner,  nach  Reifferscheid 5  des  zehnten
oder  elften  Jahrhunderts,  sie  zweimal,  einmal  noch  Eugipius
hat. 6  Bedenkt  man,  dass  die  ihr  gleichzeitige  vaticanische,
die  wie  die  Turiner  im  Kloster  Bobbio  geschrieben  ist,  die
Form  mit  e  nicht  kennt,  so  wird  man  annehmen  dürfen,  dass
schon  die  Schreiber  dieses  Klosters  schwankten.
Erst  im  Laufe  des  neunten  Jahrhunderts  sonach  scheint
ein  unzeitiger  Ritt  auf  griechischer  Gelehrsamkeit  die  Veränderung ­
  des  Namens  in  Eugyppius  7  oder  Eugippius  bewirkt  zu

1  Nach  freundlicher  Mittheilung  des  Herrn  Professor  Knüll  in  Wien.
2  Domino  sanctissimo  et  a  me  plurimum  venerando  sacro  Eugipio  presbytero.
  Analecta  ed.  II  p.  59.
3  De  viris  illustribus  c.  26,  VII  153  ed.  Arevali,  Migne  patr.  lat.
LXXXIII,  1097.
4  Kerschbaumer  behauptet  freilich  S.  1  seiner  Ausgabe:  scriptura  codicis
variat  inter  Eugippius  et  Eugepius.  Auch  die  Mailänder  Hs.  des  zwölften
Jahrhunderts  hat  Eugepius  nach  Sauppe  p.  1  1.  27.
5  Wiener  akademische  Sitzungsberichte  LXVIII,  502  flg.
e  Explicit  epistola  l’ascasii  diaconi  ad  Eugipium  presbyterum  directa.
1  So  meines  Wissens  zuerst  bei  Notker  dem  Stammler  in  einem  von
Diimmler  (Formelbuch  des  Bischofs  Salomo  III.  von  Constanz  p.  65)
zwischen  881  und  890  gesetzten  Briefe.  Schon  auf  der  ersten  Seite  jener
            
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