Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

708

Pfi  zinaier.

Während  der  Wirren  von  Sui  mied  er  das  Gebiet  der
östlichen  Hauptstadt  und  lebte  in  3^  Hu-lao.  Als  Kaiser
Thai-tsung  die  Ruhe  in  Lö-yang  wieder  hergestellt  hatte,  übertrug ­
  er  Khung-ying-thä  die  Stelle  eines  Mannes  des  Lernens
in  dem  Gebäude  des  Lernens  der  Schrift.  Dieser  wurde  dann
als  Sohn  des  Reiches  und  vielseitiger  Gelehrter  versetzt.  Im
Anfänge  des  Zeitraumes  Tsching-kuan  (645  n.  Chr.)  erhielt  er
das  Lehen  eines  zu  der  fünften  Classe  gehörenden  Lehensfürsten ­
  des  Kreises  Khiö-feu.  Im  Umwenden  wurde  ihm  der
Dienst  im  Inneren  verliehen.
Kaiser  Thai-tsung  war  erst  eingesetzt  worden,  und  Khungying-thä
  brachte  ihm  mehrmals  Worte  der  Redlichkeit  vor.
Der  Kaiser  fragte  ihn:  Khung-tse  sagt:  Das  Fällige  fragt  das
Nichtfähige,  das  Viele  fragt  das  Wenige.  Besitzen  ist  gleich
Nichtbesitzen,  das  Gediegene  ist  gleich  dem  Hohlen.  —  Wie
meint  er  dieses?
Khung-ying-thä  antwortete:  Dieses  ist  nur  die  Bescheidenheit ­
  der  die  Menschen  belehrenden  höchstweisen  Menschen.
Man  ist  selbst  zwar  fähig,  doch  man  nähert  sich  den  nichtfähigen ­
  Menschen  und  verausgabt  dasjenige,  dessen  sie  nicht
fähig  sind.  Man  hat  selbst  zwar  viel,  doch  man  nähert  sich
den  Menschen,  welche  wenig  haben,  und  verausgabt  wieder
sein  Vieles.  Innerlich  besitzt  man  den  Weg.  Aeusserlich  ist
es,  als  ob  man  ihn  nicht  besässe.  In  der  Mitte  ist  man  zwar
gediegen,  doch  das  Aussehen  ist,  als  ob  man  leer  wäre.  Nicht
allein  bei  dem  gemeinen  Manne,  auch  bei  der  Tugend  des
Gebieters  ist  dieses  der  Fall.  Desswegen  heisst  es  in  den
Verwandlungen:  ,Durch  das  Umdunkelte  nährt  man  das  Richtige'. ­
  ,Bei  der  Verletzung  des  Hellen  blickt  man  herab  auf
die  Menge.'  1  Wenn  man  auf  die  geehrte  gipfelnde  Stufe  sich
stützt,  Scharfsinn  und  glänzendes  Licht  zur  Schau  stellt,  auf
Begabung  sich  verlässt  und  nach  Gutdünken  handelt,  so
haben  Höhere  und  Niedere  mit  einander  keinen  Verkehr,  die
Wege  von  Gebieter  und  Diener  sind  entgegengesetzt,  seit  dem

1  In  dem  Buche  der  Verwandlungen:  ,Der  Weise  (#  -T  kiiin-tse)
blickt  auf  die  Menge  herab.  Durch  die  Dunkelheit  erhält  er  Licht.*
Die  Verletzung  des  Hellen  ist  der  Abriss  des  Eintrittes  der  Sonne  in
die  Erde.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.