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Knöll.
der Umstand, dass Vatic. an manchen Stellen einen vollständigeren
Text gibt als A; so 27, 6 und 88, 16, wo in A jedesmal
ein Vers fehlt. Dagegen fehlt im Vat. der Vers 68, 6: -ocp’.o
veupr)v ö£eo><; dqjslg TtpwTo?. In der Aufeinanderfolge der Verse
weichen beide Handschriften an folgenden Stellen ab: 12, 10 ff.
und 21, 9. 10; an letzterer Stelle ist die des Vat. die richtige.
Folgende Verse des Vat. differiren von den durch A überlieferten
vollständig — hierbei sehe ich natürlich von den
zahlreichen, durch des Abschreibers Willkür und Unverständniss
entstandenen politischen Versen ab — 12, 16. 17. 27, 2.
114, 6. 7. 117, 2. Betreffs der vielen anderen abweichenden
Lesarten verweise ich auf den folgenden Abschnitt.
Eine auffallende Verschiedenheit herrscht zwischen beiden
Handschriften in Bezug auf die metrischen Epimythien. Diese
wurden bekanntlich erst von Eberhard als nicht von dem
Dichter herrührend aus dem Texte desselben ausgeschieden,
während die früheren Ausgaben blos einen Theil derselben einklammerten.
Betreffs des Archetypus des Codex Bodleianus
glaube ich in der Abhandlung die babrianischen Fabeln
des Codex Bodleianus 2906 1 nachgewiesen zu haben, dass
derselbe eine grössere Zahl von A vollständig abweichender
metrischer Epimythien voraussetze. Der Codex Vaticanus nun
kennt die wenigsten dieser Nutzanwendungen; sie fehlen in
allen Fabeln, auch in denen, wo sie A hat: 12. 21. 33. 83.
Nur Fabel 116 und 130, die übrigens in A fehlt, haben Epimythien
; in Fabel 130 rührt es vermuthlich von Babrius her.
Dieses Fehlen ist nicht auf ein mit Absicht vom Schreiber des
Vat. befolgtes Weglassen zurückzuführen, sondern es ist vielmehr
anzunehmen, dass derselbe in seiner Vorlage nicht mehr
solcher versificirter Nutzanwendungen vorfand; es hat also den
Anschein, dass dieselben erst in ziemlich später Zeit in die
Handschriftenclasse des Athous eingedrungen sind.
Dagegen herrscht in den prosaischen Epimythien, abgesehen
von der Verschiedenheit des Ausdrucks, im Gedanken
fast in allen Uebereinstimmung zwischen beiden Handschriften;
Die prosaischen Epimythien müssen daher älter sein
als die metrischen. Uebereinstimmung zwischen Vat. und
1 Prog-ranmiaufsatz des Gymnasiums im ersten Bezirke Wiens 1876.