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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Kn  Bll.

Furia  entgangen  war,  das  erkannten  die  folgenden  Herausgeber
äsopischer  Fabeln:  so  fand  A.  Coraes,  der  für  seine  in  demselben ­
  Jahre  zu  Paris  erschienene  Ausgabe 1  die  Sammlung
des  Florentiner  Herausgebers  benützte,  sowohl  die  in  choliambischen
  wie  die  in  politischen  Versen  abgefassten  Fabeln  zumeist ­
  mit  richtigem  Blicke  heraus;  ebenso  C.  E.  Ch.  Schneider,
der  die  Florentiner  Ausgabe  Furia’s  in  Leipzig  wieder  abdrucken
  liess  2  und  in  den  der  Ausgabe  vorangeschickten  Notae
criticae  einige  der  ärgsten  Versehen  und  unglücklichsten  Emendationen
  Furia’s  aus  dem  Texte  entfernte.  Und  der  folgende
Herausgeber,  J.  Gottlob  Schneider  Saxo,  welcher  aus  dem  durch
Lessing  bekannt  gewordenen  Codex  Augustanus  der  Wolfenbüttler
  Bibliothek  eine  neue  Edition  3  veranstaltete,  nahm  die
choliambischen  Fabeln  des  Vaticanus  nebst  den  durch  Tzetzes
und  Dositlieus  bekannt  gewordenen,  den  Bruchstücken  aus
Suidas  und  den  durch  Tyrwhitt  aus  dem  Bodleianus  reconstruirten
  Versen  als  Fabeln  des  Babrius  in  den  Anhang  seiner
Ausgabe  auf.  Die  Erkenntniss,  dass  einige  Fabeln  des  Vaticanus
Furia’s  ohne  Zweifel  auf  Babrius  zurückzuführen  seien,  führte
zu  der  Annahme,  dass  dieser  Codex  möglicherweise  die  Fabeln
des  griechischen  Dichters  vollständig  enthalte;  eine  Hoffnung,
die  ja  selbst  nach  dem  glücklichen  Funde  der  Athoshandschrift
durch  Menoides  Menas  ihre  volle  Berechtigung  hatte.  Es
scheinen  daher  verschiedene  Versuche  gemacht  worden  zu  sein
diesen  Codex  wieder  zu  finden  und  auszubeuten.  Einen  solchen
machte  Niebuhr,  der  mit  gewohntem  Scharfblick  das  Wichtige
des  Furia’schen  Fundes  erkannt  hatte;  doch  aueh  sein  Bemühen ­
  war  erfolglos  und  der  Codex  galt  seither  für  verschollen.
Und  so  war  denn  noch  Halm  der  Ansicht,  dass  das  Unverständniss
  Furia’s  und  der  dadurch  herbeigeführte  vermeintliche
Verlust  der  vaticanischen  Fabelhandschrift  uns  die  Hoffnung  auf

1  MuGcov  AtatoTCefcov  auvaycDyr],  in  nap^pycov  IXXt]Vlx%  ß'.ßXioörjx.T)!;  Top.o<;
BsUTEpO?.
2  AicKüTCoo  (jluQoi.  Fabulae  Aesopicae  a  Francisco  de  Furia  Florentino  tum
primum  e  codicibus  editae  tum  aliunde  collectae.  Notas  criticas  et  indicem
graecitatis  adiecit  C.  E.  Ch.  Schneider.  Lipsiae  1810.
3  MuOoi  AZckütceTqi.  Fabulae  Aesopiae  e  codice  Augustano  nunc  primum  editae
cum  fabulis  Babrii  choliambicis  etc.  rec.  et  em.  Jo.  Gottlob  Schneider  Saxo.
Vratislaviae  1812.
            
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