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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Röinerorte  zwischen  der  Traun  und  dem  Inn.

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Joviacum  allein  38  Milien  brauchte,  wozu  noch  der  Abstand
zwischen  Schlägen  und  Eferding  mit  12  Milien  zu  rechnen  ist,
so  dass  die  gesammte  Entfernung  (Passau-Eferding  oder  Boioduro-Marinianio)
  50  Milien  ausmachte,  also  nicht  das  doppelte,
sondern  fast  das  dreifache  der  Entfernung  von  Passau  bis
Engelszell,  die  als  halber  Weg  bezeichnet  wird.
Dagegen,  wenn  im  Jahre  1293  der  Verkehr  der  Beisenden
von  Schlägen  bis  Engelhartszell  auf  einem  Saumpfade  am  Ufer,
von  dort  nach  Passau  auf  der  alten  römischen  Strasse  sich
bewegte,  dann  trifft  die  Angabe  der  Urkunde  ziemlich  genau  mit
der  thatsächlichen  Entfernung  zusammen.  Auf  dem  Saumpfade
brauchte  man  26  '/ 2  Milieu  von  Passau  bis  Schlägen,  dazu  12  bis
Eferding  gerechnet,  ergibt  für  die  gesammte  Strecke  38  */ 2  Milien,
so  dass  Engelszell  mit  17  */ 2  Milien  Entfernung  von  Passau  als
,velut  in  medio  spatio  itineris £  recht  wohl  bezeichnet  werden
konnte.
Jene  Angabe  des  Stiftsbriefes  von  Engelszell  enthält,
genau  besehen,  keineswegs  einen  Widerspruch  gegen  unsere
Führung  der  römischen  Strasse.  Vielmehr  diese  ist  sicher  noch
im  XIII.  Jahrhunderte  benützt  worden;  nur  hat  der  Verkehr,
der  damals  doch  grösstentheils  zu  Fuss  oder  zu  Ross,  nicht
aber  im  Wagen  betrieben  wurde,  auf  der  Strecke  zwischen
Schlägen  und  Engelhartszell  aufwärts  in  der  Regel  den  Saumpfad ­
  am  Ufer  gewählt,  um  den  Weg  abzukürzen,  man  konnte
dies  um  so  mehr,  da  in  jener  Zeit  der  Strom  nicht  mehr  die
Grenze  gegen  feindliches  Gebiet  bildete.  Ja,  es  kann  zugegeben
werden,  dass  schon  in  römischer  Zeit  auf  jener  Strecke  der
Saumpfad  in  friedlichen  Zeiten  benützt  wurde;  in  kriegerischer
und  zur  Zeit  der  Hochwässer  hat  man  die  Reichsuferstrasse
sicher  und  sowohl  damals,  als  auch  im  hohen  Mittelalter  durchaus ­
  benützt.  —
Die  Gegend  von  Engelhartszell  aufwärts  bietet  ausser
dem  schon  besprochenen  Meilenstein  nur  einen  im  Jahre  1845
am  Fusse  der  Felsen  bei  Krämpelstein  gemachten  Münzfund
aus  dem  Ende  des  III.  und  dem  Anfang  des  IV.  Jahrhunderts.
Die  Arbeiter,  welche  für  einen  Strassenbau  Steine  ausbrachen,
fanden  in  einem  Topfe,  zum  Theil  ausserhalb  desselben,  mehrere
Gold-  und  Silbermünzen  (bestimmt  weiss  man  von  3  Gold-
            
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