Die Römerorte zwischen der Traun und dem Inn.
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werden auch hier, sei es im Thale an der Mündung des Baches
bei Wesenufer oder auf der Höhe bei Oberwesen einen
kleineren Posten voraussetzen müssen. 1
Die Führung der Strasse von Stanacum nach Joviacum
und ihre Länge ist durch das Voi’handensein eines solchen
Postens erklärbar. Zwischen den Schluchten des Kessel- und
des Adlerbaches, welche beide sie nicht anders passiren konnte,
als indem sie dieselben in weiten Bogen landeinwärts umging,
musste die Strasse an den Rand des Kammes gegen die Donau
vortreten, um einer Zweigstrasse, die nach Wesen führte,
Gelegenheit zum Anschlüsse zu bieten. Sie beschrieb also
zwei Halbbogen, einen um den Kesselbach zu umgehen, von
Steinödt über Wallern und Strass bei St. Sixt nach Waldkirchen,
lief von hier aus wieder mit der alten Schifferstrasse 2
auf dem Kamme über Erledt, Stein und Strass; obwohl hier
schon sehr nahe bei Schlägen, konnte sie nicht direct zu
diesem Orte herabsteigen, da die steilen Abhänge am linken
Ufer des Adlerbaches den Strassenbau unmöglich machten,
sondern sie musste in,einem zweiten noch grösseren Halbbogen
über Scharzeröd und Fatling die Schlucht umgehen und gelangte
von hier über Haibach nach Schlägen. Diese Richtung, welche
lediglich durch die Terrainverhältnisse bedingt ist, erklärt es
allein, dass man von Joviacum nach Stanacum 18 Milien
brauchte. Jede andere Führung hat entweder eine zu grosse
oder eine zu kleine Meilenzahl, im Verhältniss zu der im
Itinerar gegebenen, zur Folge. Die Trace bleibt auf dem
hohen Uferrande der Donau so nahe als möglich und weicht
nur an jenen Stellen ab, wo es unmöglich war die gerade
Linie fortzusetzen.
Zwei Nachrichten scheinen unserer Führung entgegenzustehen.
Die schon erwähnte Angabe in der vita Sti. Severini
(c. 24), nach welcher Joviacum vigiuti et amplius milibus von
Boiodurum entfernt war, dann der Stiftbrief des Klosters
1 Dieser Ortsname Wesen kommt schon im Jahre 834 vor. Förstemann, Altdeutsches
Namenbuch,. II, 1573. — Th. Ried, Codex cbronologico-diplomaticus
episcopalis Ratisbonensis I, nr. 30.
2 Audi zwischen Lauriacum und Loco felicis (Mauer a. d. Urei) ging die
Römerstrasse in der Richtung der sehr alten Schifferstrasse.