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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Röinerorte  zwischen  der  Traun  und  dem  Inn.

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von  dem  so  eben  genannten  heutigen  Orte  gesucht  werden
müsse,  ferner,  dass  jenes  Castell  nur  ein  Vorwerk  von  Stanacum
gewesen  sei.
Der  factische  Abstand  von  Engelhartszell  bis  Schlägen
beträgt  am  Donauufer  hin  9'/ 2  Milien;  wäre  die  Strasse  in
dieser  Richtung  am  Strome  selbst  geführt  gewesen,  so  müsste
Stanacum  drei  Milien  unterhalb  von  Engelhartszell  gestanden
haben,  dann  würde  die  Distanz  bis  Joviacum  nur  6'/ 2  Milien
betragen,  während  das  Itinerar  dafür  nahezu  das  dreifache,
nämlich  18  Milien  angibt.  Es  folgt  daraus  mit  zwingender
Nothwendigkeit,  dass  die  Strasse  diese  Strecke  nicht  am  Ufer
gemacht,  sondern  von  Engelhartszell  aus  die  Höhe  der  Donauleiten ­
  erstiegen  habe  und  über  den  Kamm  hin  in  beträchtlichen
Krümmungen  gelaufen  sei.  Auch  bis  in  die  neueste  Zeit  ging
die  Strasse  über  die  Höhe;  nur  von  Schlägen  bis  Wesenufer
ist  neuestens  eine  an  der  Donau  selbst  laufende  Strasse  erbaut ­
  worden.
Drei  Milien  von  Engelhartszell  aufwärts  gehend  treffen
wir  auf  den  Ort  Steinödt  oder  Steinedt,  Pfarre  St.  Aegyd.
An  und  für  sich  fällt  der  Name  auf,  weil  sowohl  die  mit  Stein
als  die  mit  Oed  zusammengesetzten  Namen  häufig  dort  sich
einstellen,  wo  Reste  von  römischen  Steinbauten  vorhanden  sind,
oder  an  Plätzen  von  zu  Grunde  gegangenen  Ansiedlungen,  welche
das  Volk  als  unheimliche,  nicht  gerne  betretene  Unglücksstätten
mit  ,Oede‘  bezeichnet.  Hier  tritt  aber  noch  dazu,  dass  im
XIII.  Jahrhunderte  (1270)  der  Ort  Steinaech  genannt  wird. 1
Auf  der  Donauleiten  haben  sich  die  Romanen  lange  erhalten,
der  Name  Henwalcharen  erscheint  ebenfalls  noch  im  XIII.  Jahrhundert ­
  für  die  Dörfer  Höhndorf  und  Wallern. 2  Es  ist  daraus
erklärbar,  dass  der  alte  römische  Ortsname  Stanacum  im
Volksmunde  fortlebte,  zumal  als  die  mundartliche  Aussprache
Stanach  oder  Stoanach  dem  alten  Namen  noch  näher  stand.
Später,  da  man  seinen  Ursprung  nicht  mehr  wusste,  deutete
man  ihn  auf  Stein  und  Ach,  was  ja  sehr  nahe  lag,  zumal  als

1  Urkundenbueh  des  Landes  ob  der  Enns  III,  369.
2  Vgl.  darüber  Julius  Strnadt,  Peuerbaeh,  Linzer  Musealberichte,  1868,
(XXVII),  17  f.  In  der  Nähe  beider  Orte  erscheint  in  der  Specialkarte
auch  eine  ,Wallleiten 1 .
            
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