Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Römerorte  zwischen  der  Traun  und  dem  Inn.

599

zu  erklären  versucht,  dass  die  Strasse  von  Eferding  aus  eine
westliche  Richtung-  ins  Innere  des  Landes  eingeschlagen  habe,
bis  sie  zum  Inn  gelangte,  und  erst  von  hier  den  Fluss  hinab
nach  Boiodurum  gegangen  sei.  Männert  verlegte  Stanacum
nach  Reichersberg,  Reichhard  und  Büchner  nach  Schärding,
Lapie  nach  Braunau,  während  Muchar  es  in  Steinödt  bei
Engelhartszell  suchte,  also  viel  näher  an  der  Donau.
Wir  werden,  um  sichere  Anhalte  zu  gewinnen,  den  Weg
von  der  Innstadt 1  bei  Passau  aus  abwärts  verfolgen.
Das  wichtigste  Fundobject,  das  uns  hier  begegnet,  ist  ein
Meilenstein,  welcher  noch  1590  als  Grenzstein  zwischen  Oesterreich, ­
  Passau  und  Baiern  diente  und  seit  dem  Hochwasser  des
Jahres  1845  spurlos  verschwunden  ist. 2  Ausser  der  Abschrift
Strein’s,  der  Mommsen  folgte,  existirt  eine  zweite,  von  Gaisberger
  eingesehene,  welche  der  Vicedom  Gieriger  an  den  Abt
von  Kremsmünster  Alexander  a  lacu  einsendete.  Es  schien
von  Wichtigkeit  diese  zweite  Abschrift,  über  welche  Gaisberger
nichts  weiter  mittheilte,  mit  dem  Texte  Strein’s  zu  vergleichen,
insbesondere,  um  daraus  etwa  über  die  Schlusszeilen  Auskunft
zu  erlangen.  Auf  meine  Bitte  wurde  mir  die  betreffende
Correspondenz  von  dem  Herrn  Archivar  des  Stiftes  Pater
Amandus  Baumgartner  mit  der  grössten  Liberalität  zur  Einsicht ­
  übersendet,  wofür  ich  hier  meinen  aufrichtigen  Dank  ausspreche. ­
  Ich  theile  unten  das  Ergebniss  der  Untersuchung  mit. 3

1  Nach  Lampreclit’s  historisch-topographischer  Matrikel,  S.  139,  heisst  die
Innstadt  auch  Römerdorf  und  ergiesst  sich  bei  ihr  ein  Bächlein,  das  in
alten  Urkunden  Peutra,  Paevtra,  Peuthra,  Poutera,  Boitro  genannt  wird.
Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns  II,  104,  106,  110,  213.  Erhard,
Geschichte  von  Passau,  14.
2  Julius  Strnadt,  Peuerbach,  Linzer  Musealberichte,  1868,  S.  18.  —  C.  I.  L.
III,  2,  5755.  —  Gaisberger,  Linzer  Musealberichte,  VIII,  S.  31,  nr.  17.
3  Bei  einer  Anwesenheit  des  Abtes  Alexander  a  lacu  in  München  kam  bei
der  fürstlichen  Tafel  im  Beisein  des  Abtes  Georgius  Lautherius  von
U.  L.  Pr.  (in  München)  die  Rede  auf  alte  Inschriften;  Abt  Alexander
äusserte,  man  habe  Inscriptiones  gefunden,  ,dar  Innen  spacium  viae  seu
ltineris  a  Laureaco  deinceps  per  Leuc.as  (sic)  oder  millia  passuum  (auf
den  fall  Ich  es  anderst  recht  enthalten)  designiert  werde 1 .  Darauf  hin
ersuchte  Johann  Georg  Herwart  von  Hohenburg,  der  fürstl.  Durchlaucht
in  Baiern  geheimer  Rath,  Pfleger  zu  Schwaben  und  der  Landschaft  zu
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.