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Kenner.
In Italien hatte es also gar keinen Zweck, Ortsnamen
und Distanz der Urschrift zu ändern, wohl aber in Deutschland.
Der die Vita Sti. Severini für St. Emeram abschrieb, kannte
die Legende des heiligen Maximus und bezog in naiver
Weise diese und den betreffenden Abschnitt der vita aufeinander.
Er hielt den Namen und die Entfernung des ihm vorliegenden
Originales für unrichtig und corrigirte beide nach
seiner genaueren Ortskenntniss, sicher in keiner andern Absicht,
als um einen Irrthum, den er in Wälschland entstanden
glaubte, der Wahrheit gemäss zu berichtigen.
Endlich findet Huber, dass in Salzburg eine uralte Tradition
die Ermordung der Christen am Mönchsberge in der Erinnerung
festhälte, dagegen in Joviacum keinerlei Ueberlieferung
bestehe. Zwar erwähnt Gaisberger von Schlägen die Volkssage,
die noch er erzählen hörte, dass einst an der Stelle des
heutigen Ortes, eine heidnische Stadt gestanden habe, die wegen
Schwelgerei der Einwohner zerstört worden sei, also nebenher
bemerkt, eine Variante der in Eferding vorkommenden Sage von
der Existenz einer grossen Stadt daselbst, wie wir sie so häufig
bei Römerorten finden. Von der Ermordung des Maximianus
findet sich jedoch allerdings in der Schlägener Ortssage keine
Spur mehr. Aber man wird fragen dürfen, ob denn überall,
wo in jenen Zeiten ein christlicher Priester von Germanen
getödtet wurde, die Erinnerung daran im Volke fortleben
musste. Das ist im Gebirge oder bei ausserordentlichen Erscheinungen
der Heiligkeit und Wohlthätigkeit, welche tief in
das Leben des Volkes eingriff, erklärlich, wenn gleich nicht
nothwendig vorauszusetzen. Hat sich doch von St. Severins
Wirken selbst mit Ausnahme der sehr verdächtigen Ueberlieferung,
dass er bei Wien sein Kloster gehabt habe, nichts
in der Volkssage erhalten und man wird den Presbyter
Maximianus nicht mit jenem grossen Manne vergleichen wollen,
zumal als ersterer in der Erzählung des Eugippius in keinem
günstigen Lichte erscheint. Er ist schwach im Vertrauen auf
recht, wohl viginti et am plins hätte sagen können. Also, an der ersten
Stelle ist die Meilenzahl 38 richtig und ein Beweis gegen den lateranensisclien
Codex; an der andern ist sie unrichtig und ein Grund für die
zweite Hypothese des Verfassers.