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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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K  enner.

beschreibt  um  ihn  eine  so  jähe  Beuge,  dass  sie  fast  in  einem
spitzen  Winkel  erst  nach  Ostsüdost,  dann  in  umgekehrter  Richtung ­
  ebensoweit  nach  Westnordwest  fliesst.  Diesem  Vorsprung
entspricht  am  rechten  Ufer  der  Thalweg  des  Adlerbaches,  dessen
Mündung  Schlägen  ganz  nahe  liegt.  Er  reicht  noch  weniger
tief  als  der  Kesselbach  in  die  Donauleiten  zurück,  auch  seine
Ufer  sind  steil,  die  Communication  muss  auch  hier  weit  südlich
einbiegen,  um  die  Schlucht  zu  umgehen.
Die  andere  Stelle  liegt  neben  der  eben  besprochenen
stromabwärts  zwischen  den  Mündungen  der  kleinen  und  der
grossen  Michel.  Hier  springt  ein  breiterer  (1  Km.)  Felsenrücken, ­
  fast  fünf  Kilometer  lang  nach  Süden  vor,  die  Beugung
ist  aber  hier  nicht  so  scharf,  namentlich  fliesst  die  Donau  nach
der  Wendung  nicht  so  weit  gegen  Norden  zurück,  als  bei
Schlägen.  Die  genannten  Flüsse  sind  die  bedeutendsten  Wassergänge ­
  des  jenseitigen  Landes,  in  ihren  Rinnsalen  vereinigen
sich  die  Zuflüsse  aus  den  südlichen  Abhängen  des  Böhmerwaldes, ­
  ihr  Gebiet  reicht  nahe  an  die  Grenzen  von  Baiern  und
Böhmen.
Vom  Einfluss  der  grossen  Michel  weg  fliesst  endlich  der
Strom  wieder  in  fast  gerader  Linie  eine  beträchtliche  Strecke
südöstlich  bis  Aschach,  von  hier  südlich  und  wendet  sich  nahe
bei  Eferding  wieder  östlich.  Bis  Aschach  herab  begleitet  ihn
am  rechten,  römischen  Ufer  der  Steilabhang  des  Gebirges,  wie
ein  compacter,  durch  keine  tiefer  einschneidenden  Wasserwege
unterbrochener  Wall.
Man  sieht,  bei  Schlägen  häufen  sich  abermals  die  Motive,
um  nach  römischer  Gewohnheit  feste  Plätze  anzulegen;  zwei
der  jähesten  Beugen  von  allen,  welche  der  Strom  beschreibt,
dann  die  Mündungen  dreier  beträchtlicher  Zuflüsse  am  linken
und  zweier  kleinerer  am  rechten  Ufer.  Alle  Momente  scheinen
sich  hier  zum  Vortheil  des  Feindes  zu  vereinigen;  längs  der
Zuflüsse  gegen  den  Strom  herabziehend  fand  er  ihren  Mündungen ­
  gegenüber  die  Steilwand  des  rechten  Ufers  durch  den
Kessel-  und  Adlerbach  unterbrochen,  gleichsam  von  der  Natur
in  den  Schutzwall  der  Reichsgrenze  gelegte  Breschen,  während
die  vorspringenden  Felsenrücken  als  natürliche  Hochwarten
die  Beobachtung  der  Bewegungen  der  Römer  aus  der  Nähe
            
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