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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Der  dritte  Abschnitt  unserer  Untersuchung  ist  der  Strecke
von  Aschach  bis  Passau  gewidmet.
Sie  ist  gebirgig,  vom  Inn  herab  ist  der  Thalweg  des
Stromes  durch  drei  deutsche  Meilen  mit  Ausnahme  eines  Theiles
bei  Krämpelstein  für  eine  Strasse  frei  und  geräumig  genug;
dagegen  von  Engelhartszell  weg  tritt  die  Donau  in  eine  enge,
einsame  Schlucht  ein,  welche  an  malerischen  Ansichten,  überraschenden ­
  Wendungen  und  Befestigungsmotiven  sehr  reich
ist. 1  Erst  findet  der  Strom  eine  südöstlich  gerichtete,  fast  gerade
Bahn  bis  nahe  bei  Schlägen.  Nur  an  einem  Punkte  erfährt
er  eine  leichte  Krümmung,  dort  wo  am  linken  Ufer  die  Ranna,
am  rechten  der  Kesselbach  münden,  bei  Rannariedl  und  Wesenufer. ­
  Die  Ranna  hat  sich  eine  fast  350  Meter  tiefe,  enge  Schlucht
ausgehöhlt,  ihr  Thalweg  reicht  weit  nach  Norden  ins  Land
zurück.  Der  Kesselbach  hingegen  stürzt  nach  einem  kurzen
Laufe  jählings  über  die  Donauleiten  herab,  seine  Ufer  sind
sehr  steil,  so  dass  man  auf  der  Höhe  einen  weiten  Bogen
landeinwärts  beschreiben  muss,  um  ihn  überbrücken  zu
können.
Weiterhin  wird  der  Lauf  des  Stromes  in  seiner  südöstlichen ­
  Richtung  an  zwei  Stellen  unterbrochen,  indem  Felsenrücken ­
  wie  Landzungen  aus  dem  linken  Ufer  vorspringen.  Die
eine  dieser  Stellen  findet  sich  gegenüber  von  Schlägen; 2  ein
etwa  fünf  Kilometer  langer,  an  der  Basis  kaum  eiuen  Kilometer
breiter  Grat  tritt  hier  nach  Südosten  heraus;  die  Donau

1  Vgl.  die  trefflichen  Schilderungen  in  Strnadt’s  ,Peuerbach‘,  Linzer
Musealberichte,  1868,  (XXVII),  S.  1  f.  und  in  Daniel’s  Handbuch  der
Geographie  III,  236.
2  Der  Ortsname  wird  häufig  Schlögen  geschrieben,  was  nur  eine  Uebersetzung
  der  mundartlichen  Aussprache  ins  Hochdeutsche  ist.  Er  bezeichnet ­
  wohl  nichts  anderes  als  den  Ort  bei  den  Schlägen  (Lichtungen
im  Walde),  sowie  Schlägl  (nicht  Schlögl)  und  die  vielen  namentlich  an
ausgerodeten  Stellen  des  Böhmerwaldes  vorkommenden  Ortsnamen,  die
mit  ,Schlag c  zusammengesetzt  sind,  eben  diesem  Merkmale  ihren  Ursprung
verdanken.
            
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