während die anderen Römerorte, die wir untersuchten, schon
im VII., VIII. imd IX. Jahrhundert genannt sind.
Allein was die Uferebene betrifft, so finden sich die
betreffenden alten Ortsnamen im Stiftbriefe von Kremsmünster,
einer Gründung des Herzogs Thassilo II. von Baiern, der dem
Stifte passauische Güter, wie Eferding war, nicht zuweisen
konnte. Andere Urkunden so alter Zeit, welche sich auf die
Uferebene und speciell die Gegend, wo heute Eferding liegt,
beziehen, fehlen überhaupt gänzlich.
Was die Bestimmungen anderer Autoren betrifft, so haben
wir jene des Corpus Inscr. latin. schon besprochen. Die meisten
der heimischen Topographen verlegen wohl nach A. Büchner
Marinianio nach Eferding, Muchar ging davon ab, indem er
es beträchtlich weiter oben am Innbache bei St. Marienkirchen
ansetzte, 2 ihm folgt J. Strnadt, theils wegen der Lage dieses
Ortes (er nennt ihn St. Marien), theils weil bekanntlich das
Christenthum an heidnische Stätten mit Vorliebe den Cultus
von Heiligen verwandter Benennung oder Charakters knüpfte. 3
Ich muss darin meinem gelehrten Freunde entschieden widersprechen,
indem ich bezüglich der Lage jener Orte gerade das
Gegentheil von seiner Ansicht linde und in dem zweiten Grunde
ein Moment nicht zu erkennen vermag, welches für die Bestimmung
ausschlaggebend wäre.
Alois Huber 4 endlich vermuthet unseren Römerort an der
Stelle der alten Schaunburg bei Eferding, also auf einer beträchtlichen
Erhebung am südlichen Hochrande der Ebene.
Irgend eine Specula für die Beobachtung der Umgebung mag
an diesem trefflich gelegenen Aussichtspunkte gestanden haben,
aber unrömisch wäre es ein Castell dort zu erbauen. Diese
lagen, wo es anging, in der Ebene, an dort befindlichem Wasser,
nicht auf der Höhe.
1 Documente zu einer Geschichte von Baiern, I, 49.
2 Noricum I, 285. Muchar nennt hier eine Meilenzahl XVIII, die nach
der Tabula bei Marinianio stehe, dies scheint ein Irrthum zu sein.
3 Peuerbach, ein rechtshistorischer Versuch, Linzer Musealberichte XXVII,
(1868), S. 15.
4 Geschichte der Einführung und Verbreitung des Christenthums in Südostdeutschland
III, 33.
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