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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Kenner.

zwischen  andern  Feldern  in  Ohsenbunt,  Wannesperc,  Breitloh,
Ivesingen  usf.  auch  ein  ,ager  in  campo  kemenaten'  genannt,
eine  Bezeichnung,  welche  auf  eine  gebahnte  Strasse  neben  dem
Felde  hinweist, 1  von  welcher  aber  schon  zu  jener  Zeit  nur
mehr  der  Name  übrig  war.
Nach  den  Verhältnissen  der  Situation  ist  Aschach  dem
eben  besprochenen  Orte,  wo  das  eine  Castell  stand,  ähnlich;
auch  dort  findet  sich  der  Ausgang  einer  engen  Stromschlucht,
welche,  wie  die  gesammte  Stromstrecke  dieser  Gegend  von
den  auf  den  Flottillendienst  eingeübten  Soldaten  der  Station
Joviacum  bewacht  wurde.  Es  ist  klar,  dass  ihr  Dienst,  sow.eit
die  Ebene  reichte,  auch  durch  den  Wachedienst  zu  Lande
unterstützt  werden  musste.  Funde  sind  allerdings  von  Aschach
bisher  nicht  bekannt  geworden,  doch  tritt  dort  der  Name
,Hochstrasse'  für  eine  Häusergruppe  auf, 2  welcher  für  uns
von  sehr  grosser  Wichtigkeit  ist.  Es  ist  damit,  wie  unzählige
Fälle  lehren,  das  Vorhandensein  einer  Römerstrasse  in  nächster
Nähe  von  Aschach  constatirt.  Diese  konnte  nun  von  dem  eben
genannten  Orte  aufwärts  wegen  der  Steilabhänge  der  Stromschlucht ­
  nicht  weitergeführt  haben,  es  muss  also  ein  Römerort
in  Aschach  selbst  ihr  Ziel  gewesen  sein,  der  schon  wegen
seiner  exponirten  Lage  nur  befestigt  gewesen  sein  konnte.
Auch  heute  noch  erreicht  die  Strasse  in  Aschach  ihr  Ende.
Ueberdies  war  auch  hier  ein  Thalweg  zu  vertheidigen;
gerade  südlich  vom  Markte  Aschach  eröffnet  sich  nahe  von
Hilkering  eine  merkwürdige,  tiefe  Bergschlucht,  durch  welche
die  Aschach  in  einer  Winkellinie  fliesst,  sie  heisst  von  dieser
Form  schon  im  VIII.  Jahrhundert  Elinpoga 3  (Ellenbogen,  ein
Seitenstück  zu  Elbogen  im  nordwestlichen  Böhmen).  Noch
heute  ist  sie  mit  einer  Strasse  nach  Weizenkirchen  bestellt,
dies  scheint  auch  in  römischer  Zeit  der  Fall  gewesen  zu  sein.
Sicher  hat  man  sie  als  eine  gefährliche  Stelle  betrachtet.  Am
südlichen  Ausgang,  nahe  bei  Weizenkirchen  findet  sich  eine
kleine  Ortschaft  mit  Namen  Burgstall,  am  nördlichen  Ende
hat  Herr  Pfarrer  Ferdinand  Pichler  von  Hartkirchen  bei
1  Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns  II,  416.
2  Darauf  aufmerksam  geworden  zu  sein,  verdanke  icli  der  gütigen  Mittheilung ­
  des  Herrn  Pfarrers  Ferdinand  Pichler  von  Hartkirchen.
3  Lamprecht,  Matrikel  S.  34.
            
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