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Kenner.
zwischen andern Feldern in Ohsenbunt, Wannesperc, Breitloh,
Ivesingen usf. auch ein ,ager in campo kemenaten' genannt,
eine Bezeichnung, welche auf eine gebahnte Strasse neben dem
Felde hinweist, 1 von welcher aber schon zu jener Zeit nur
mehr der Name übrig war.
Nach den Verhältnissen der Situation ist Aschach dem
eben besprochenen Orte, wo das eine Castell stand, ähnlich;
auch dort findet sich der Ausgang einer engen Stromschlucht,
welche, wie die gesammte Stromstrecke dieser Gegend von
den auf den Flottillendienst eingeübten Soldaten der Station
Joviacum bewacht wurde. Es ist klar, dass ihr Dienst, sow.eit
die Ebene reichte, auch durch den Wachedienst zu Lande
unterstützt werden musste. Funde sind allerdings von Aschach
bisher nicht bekannt geworden, doch tritt dort der Name
,Hochstrasse' für eine Häusergruppe auf, 2 welcher für uns
von sehr grosser Wichtigkeit ist. Es ist damit, wie unzählige
Fälle lehren, das Vorhandensein einer Römerstrasse in nächster
Nähe von Aschach constatirt. Diese konnte nun von dem eben
genannten Orte aufwärts wegen der Steilabhänge der Stromschlucht
nicht weitergeführt haben, es muss also ein Römerort
in Aschach selbst ihr Ziel gewesen sein, der schon wegen
seiner exponirten Lage nur befestigt gewesen sein konnte.
Auch heute noch erreicht die Strasse in Aschach ihr Ende.
Ueberdies war auch hier ein Thalweg zu vertheidigen;
gerade südlich vom Markte Aschach eröffnet sich nahe von
Hilkering eine merkwürdige, tiefe Bergschlucht, durch welche
die Aschach in einer Winkellinie fliesst, sie heisst von dieser
Form schon im VIII. Jahrhundert Elinpoga 3 (Ellenbogen, ein
Seitenstück zu Elbogen im nordwestlichen Böhmen). Noch
heute ist sie mit einer Strasse nach Weizenkirchen bestellt,
dies scheint auch in römischer Zeit der Fall gewesen zu sein.
Sicher hat man sie als eine gefährliche Stelle betrachtet. Am
südlichen Ausgang, nahe bei Weizenkirchen findet sich eine
kleine Ortschaft mit Namen Burgstall, am nördlichen Ende
hat Herr Pfarrer Ferdinand Pichler von Hartkirchen bei
1 Urkundenbuch des Landes ob der Enns II, 416.
2 Darauf aufmerksam geworden zu sein, verdanke icli der gütigen Mittheilung
des Herrn Pfarrers Ferdinand Pichler von Hartkirchen.
3 Lamprecht, Matrikel S. 34.