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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Kenner.

Aus  diesen  Beispielen  geht  hervor,  was  schon  die  Natur
der  Sache  selbst  an  die  Hand  gibt,  dass  man  derartige  Uferebenen ­
  an  den  Endpunkten  und  in  der  Mitte  mit  Castellen
versehen  habe,  und  zwar  wurden  diese  an  Punkten  angelegt,
von  welchen  aus  die  in  die  Ebene  mündenden  Thalschluchten
des  Gebirges  am  besten  bewacht  werden  konnten,  sie  lagen
zwar  am  Uferrand,  aber  in  der  Linie  der  Thalwege  und  zumeist
an  den  Mündungen  der  aus  diesen  hervorbrechenden  Wässer.
Auf  den  Fall  übertragen,  der  uns  hier  vorzüglich  beschäftigt, ­
  trifft  diese  Voraussetzung  um  so  mehr  zu,  als  an  den
Endpunkten,  bei  Aschach  und  Wilhering,  zugleich  die  Pforten
zweier  Stromschluchten,  die  zu  bewachen  waren,  sich  befanden,
in  der  Mitte  aber  bei  Eferding  das  Zusammentreffen  mehrerer
Zugänge  in  das  Innere  des  Landes  und  mehrfacher  Wasserlinien ­
  die  Anlage  eines  festen  Punktes  ebensowohl  verlangte,
als  unterstützte.  Ich  habe  diese  Ansicht  schon  früher,  freilich
weniger  eingehend,  ausgesprochen. 1  Sie  ist  seither  bezüglich
des  östlichen  Endpunktes  bestätigt  worden.
Nach  einer  Mittheilung  des  Herrn  Pater  Bernhard
Söllinger  vom  Cisterzienserstifte  Wilhering,  welchem  ich  hier
meinen  wärmsten  Dank  öffentlich  ausspreche,  findet  sich  in
der  Ortschaft  Fall,  also  am  äussersten  Ende  der  Ebene  gegen
Wilhering  zu,  an  der  westlichen  Abdachung  des  Kirnberger
Porstes  und  östlich  von  dem  etwas  höher  gelegenen  Bründelgute,
  ein  Ackerfeld  mit  dem  bezeichnenden  Namen  ,alte  Burg'.
Bei  den  Feldarbeiten  stiess  man  häufig  auf  Ziegelreste,  am
nahen  Mühlbach  auch  auf  Mauertheile.  Der  Besitzer  jenes
Feldes  fand  selbst  im  Herbst  1873  neben  der  Hauptstrasse
nach  Eferding  und  etwa  hundert  bis  zweihundert  Schritte  von
der  Brücke  über  den  Mühlbach  (Altbach)  entfernt  das  Fragment
eines  Ziegels  mit  dem  Stempel:
TTr  s  i  c  v  .
I  TA  L  A  L  .  .  .
Er  gelangte  durch  Herrn  Pater  Söllinger  in  das  Linzer  Museum.
In  diesem  findet  sich  ein  ähnlicher  Stempel  aus  Mauer  an  der
Uri  in  Nieder-Oesterreich  (Locus  felicis):  ...SICVPDVC

1  Noricum  und  Pannonia,  Ber.u.  Mitth.  des  Wiener  Alterthumsv.,  Bd.  XI,  S.  129.
            
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