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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Kenner.

So  nahmen  die  verdienstvollen  Herausgeber  des  Itinerarium,
Parthey  und  Pinder,  die  Ansicht  Wesseling’s  und  Mannert’s  1
auf,  von  der  auch  Böcking'  befangen  ist. 2  Die  Ortsnamen  des
Itinerars  erscheinen  im  Ablativ  gebraucht,  davon  macht  Ovilatus
eine  auffallende  Ausnahme,  daher  die  Folgerung,  dass  es  in  einer
Urschrift,  von  welcher  die  vorhandenen  Copien  abhängen,  aus
Ovilavis  entstellt  sei.  Die  genannten  Gelehrten  identificiren
diesen  Ort  mit  der  Colonie  Ovilava  (Wels),  was  eine  zweite
Correctur,  jene  der  Meilenzahl  XVI  in  XXVI,  zur  nothwendigen
Folge  hat.  Eine  ähnliche  Ansicht  vertritt  neuestens  W.  Kopal
in  der  Geschichte  der  Stadt  Eferding. 3
Nach  dieser  Auffassung  verzweigten  sich  die  binnen-  und
uferländische  Strasse  erst  in  Wels.  Allerdings  nun  führt  noch
heute  von  Wels  nordwärts  eine  Strasse  über  Scharten  in  die
Uferebene  von  Eferding,  auch  ist  in  römischer  Zeit  eine  Strasse
in  dieser  Richtung  gegangen.  ■*  Aber  sicher  war  dies  nicht  die
im  Itinerar  und  der  Tabula  aufgeführte  Reichsstrasse.  Denn
letztere  verzeichnet  den  Knotenpunkt  deutlich  nicht  in  Ovilia,
sondern  14  Milien  davon  entfernt,  ersteres  aber  bestimmt  den
Weg  von  Lauriacum  nach  Joviacum  auf  43  Milien  (Ovilatus
XVI  —  Joviacum  XXVII),  während  er  nach  jener  Annahme
53  betragen  hätte.  Ein  Umweg  von  10  Milien  ist,  wenn  überhaupt, ­
  so  noch  insbesondere  bei  der  hier  in  Rede  stehenden
Straäse  ganz  und  gar  unzulässig.  Denn  es  war  ihr  vorzüglicher
Zweck  die  rascheste  und  sicherste  Verbindung  von  Gallien
und  Pannonien  herzustellen,  welche  in  militärischer  Beziehung
von  grösster  Wichtigkeit  war.
Endlich  hat  Theodor  Mommsen,  der  gleichfalls  die
Lesung  Ovilava  vorzieht,  aufmerksam  gemacht,  dass  es  zwei
Orte  dieses  Namens  gegeben  haben  müsse,  einen  von  Lauriacum
entfernteren  an  der  binnenländischen  Strasse  (Wels)  und  einen

1  III,  682.
2  Notitia  II,  2,  p.  743*.
3  Linzer  Musealberichte  187G,  S.  5.
4  Nach  Kopal  a.  a.  O.  ,deuten  unverkennbare  Spuren  in  der  Nähe  der
Ortschaft  Steinholz  auf  eine  in  der  Richtung  von  Eferding  über  die
westliche  Abdachung  des  Schartener  Berges  nach  Wels  führende  breite
Römerstrasse  hin“.
            
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