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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Kenner.

bekannten  Weges.  Südwestlich  von  Linz  hat  man  bei  Leonding ­
  einen  Relicfstein  gefunden  (Genius  mit  übereinandergelegten
  Beinen,  die  Rechte  auf  ein  Füllhorn  haltend,  die
gesenkte  Linke  gebrochen);  wahrscheinlich  gehörte  es  einem
Grabmal  an.  Auch  eine  Münze  der  Faustina  und  bronzene
Nadeln  wurden  dort  ausgegraben. 1
Die  ,0  chsenstrasse‘,  noch  heute  bei  Ueberschwemmungen
statt  der  Uferstrasse  an  der  Donau  benützt,  verbindet  direct
die  Traunebene  mit  der  Ufei'ebene  von  Eferding,  indem  sie
an  dem  südlichen  Rand  des  Kirnbergerforstes  vorübergeht;  nur
in  dieser  Thalschlucht  führt  sie  den  genannten  Namen.  Die
östliche  Fortsetzung  geht  in  einer  fast  geraden  Linie  nach
Kleinmünchen,  die  westliche  nach  Alkoven,  wo  sie  iu  die  Uferstrasse ­
  einmündet.  Gegen  letzteren  Ort  zu,  bei  Strassham,
fand  man  auf  den  Gründen  des  Lammbauers  (Ortschaft  Thalham)
1812  römische  ,Münzen,  Geschirre  und  Penaten', 2  und  mit  Recht
weist  Gaisberger  auf  Mone’s  Beobachtung  hin,  dass  die  Römerstrassen ­
  auch  in  Schwaben  ab  und  zu  ,Ochsenstrassen'  genannt
werden. 3
Zwischen  den  Fundstellen  Leonding  und  Strassham,  liegt
der  älteste  Ort  dieser  Gegend,  Ruefling  (Hrodolvingum,
Ruodoluingen) (  urkundlich  schon  ums  Jahr  819  nachweisbar. 4
Sehr  wahrscheinlich  lief  die  Strasse  über  diesen  Ort,  denn
man  hat  es  gewiss  vermieden,  sie  von  Leonding  aus  vollends
in  die  Traunebene  hinabzuführen,  sondern  zog  den  mehr
Sicherheit  bietenden  erhöhten  Rand  der  letzteren  bei  der  Tracirung
  vor.
Uebrigens  hatte  dieser  Strang  der  uferländischen  Strasse,
wie  schon  bemerkt  wurde,  nur  eine  secundäre  Bedeutung;  die
Hauptverkehrslinie  bildete  der  andere  Strang  über  Ovilatus.
Nicht  blos  in  römischer  Zeit,  wie  das  Itinerar  aussagt,  sondern
auch  im  hohen  Mittelalter  war  Linz  von  dem  Verkehr  zu  Lande
bei  Seite  gelassen.  Im  Nibelungenlied,  das  bekanntlich  gerade

1  Gaisberger,  archäol.  Nachlese  a.  a.  O.  I,  S.  50,  nr.  37.  Eine  Abbildung
des  ßeliefs  im  Linzer  Musealbericbt,  1843.
2  Piliwein,  Hausruckkreis,  S.  5.
3  Schriften  des  Alterthumsvereines  für  das  Grossherzogthum  Baden  I,  244.
4  Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns  I,  406.
            
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