Die Römerorte zwischen der Traun und dem Inn.
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mehrere Auen im Strome, welche den Uebergang erleichterten
und verbargen, ferner diesseits ein flaches Ufer, so dass
grössere Schaaren ohne Schwierigkeiten die Traunebene besetzen
konnten.
Daher erscheint Lentia in der Zeit, als der Grenzschutz
eine brennende Frage geworden war, der Notitia zu Folge als
der militärische Hauptort der Traunebene. Hier hatte
der praefectus legionis secundae Italicae partis inferioris seinen
Sitz; ausserdem war eine Abtheilung von Equites sagittarii
daselbst stationirt. 1
Es ist klar, dass man einen Posten von solcher Wichtigkeit
sowohl mit Lauriacum als auch mit den oberhalb an der Donau
gelegenen Castellen verbinden musste.
Letzteres geschah über Marinianio hin, wo sich also
beide Stränge des uferländischen Heerweges wieder trafen.
Den einen Strang haben wir bis Alkoven verfolgt, dahin
zielte auch der andere von Lentia stromaufwärts führende.
Aber auf dieser Strecke scheint der letztere nicht am Stromufer
selbst gegangen zu sein, sondern hinter dem Kirnberg'
vorüber. Darauf weisen sowohl die spärlichen Funde, als auch
die Existenz eines sehr alten unter dem Namen ,Ochsenstrasse'
1 Occ. c. 34. — Die Funde in Linz hat J. Gaisberger in der areliäol.
Nachlese I (Linzer Musealbericlite 1864, XIS) zusammengestellt. — Im
Vorübergehen sei bemerkt, dass in der Angabe der Notitia möglicher
Weise der Passus ,militum Liburnariorum 1 ausgefallen ist. Die Gründe,
welche dies wahrscheinlich machen, sind folgende. Von andern Liburnarierposten
der gleichen Legion, heisst der erstgenannte, also nach der
geographischen Folge der Aufzählung, welche die Notitia einhält, der
oberhalb des andern am Strome gelegene pars superior (so in cap. 33:
Adiuvense der ersten norischen und Carnunto der zehnten Legion
[gemina]). Die partes inferiores fehlen, nur hei Lentia ist er ohne
Beisatz ,liburnariorum 1 genannt. Auf das Fussvolk der Legion kann diese
pars inferior nicht bezogen werden, da sonst nirgends unter den Besatzungen
von Noricum und Pannonia prima von partes superiores die
Rede ist. Ferner liegen die Liburnarierposten an grossen Strombeugen
und an Ausgangspunkten von Schluchten (Joviacum, Adiuvense bei. Ips,
Fafiana bei Mautern, vgl. meine Abhandlung zur Topographie der Römerorte
in Nieder-Oesterreich, Ber. und Mitth. des Wiener Alterthumsv.
XVII, 302 f. Carnunto; bei Arraboua vertritt die Schiittinsel die Stromschlucht).
Ebenso lag auch Lentia sowohl am Ausgang einer solchen
Stromschlucht, als auch an einer beträchtlichen Donaubeuge.