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Kenner.
strata) ein Name, der gewöhnlich den Römerstrassen beigelegt
wird. 1
Lentia selbst wird erst in der Notitia dignitatum aus dem
Ende des IV. Jahrhunderts mit Namen genannt, es ist aber
viel älter. Das Bruchstück einer in der St. Martinskirche am
Schlossberg unter dem Altäre gefundenen Inschrift nennt einen
exbeneficiarius procuratoris. 2 Nach den Votivsteinen von
Beneficiariern in Cilli reichen die Verleihungen des Beneficium
durch die Procuratoren bis ins Jahr 166; von 192 an geschieht
sie durch Consulares, d. i. durch die Legaten von Ober- und
Unterpannonien. 3 Es wird mit Recht daraus geschlossen, dass
die militärische Stellung der Procuratoren von Noricum mit
der in den Jahrgängen 174 bis 178 verfügten Errichtung einer
Legion (II Italica) für Noricum ihr Ende erreicht habe und
der Oberbefehl über die Besatzungen des Landes damals an
die Legaten von Pannonien übergegangen sei. Mindestens also
gehört jenes Bruchstück der Zeit von 174 oder 176 an.
In der That war die natürliche Lage von Lentia exponirt,
zumal von der Epoche der Markomannenkriege an, als die
Germanen, abgesehen von einzelnen Beutezügen, die Hauptangriffe
vom Marclifeld aus mit einer Reihe gleichzeitiger Einfälle
combinirten, um die römische Macht an vielen Stellen zu
beschäftigen. Gegenüber der Strombeuge bei Linz mündet der
Haselgraben, eine vorzüglich gelegene Ausfallpforte für die
Germanen, und ein zweiter Thalweg neben dem Pfennigberg.
Hier von den Höhen des Mühlviertels herabsteigend, fanden sie
1 Im Jahre 1286 tauschte der Pfarrer Heinricus von Linz gegen ein Gut
in Ruefling, das ihm zu entlegen war, ,ein Beneficium an der stainen
Brüggen prope civitatem Lincensem 4 ein (Urkundenbuch des Landes ob
der Enns, IV, 50, nr. LVII). Piliwein verzeichnet in der oben genannten
Karte der Umgebung von Linz eine Steinbrückmühle in Kleinmiinchen
an einem Arme der Traun. Vielleicht sind beide Oertlichkeiten identisch.
Das Charakteristische dieser Namen liegt in dem Distinctivum ,Stein 4 ,
wodurch die Brücke an jener Stelle vor allen anderen kenntlich gemacht
wird. Ich mache auf diese Ortsnamen aufmerksam, weil dergleichen
nicht selten die Richtung römischer Strassen anzeigen und im hohen
Mittelalter in unseren Gegenden schwerlich Brücken aus Stein gebaut
worden sein dürften.
2 C. I. L. III, 2, nr. 5689.
3 Ebenda 5161—5177.