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Kenner.
machen lassen, da alle anderen Merkmale zu deutlich und
übereinstimmend für ihn sprechen. 1
An der Kremsmündung bestanden also zwei Orte, am
linken Ufer der Traun Ovilatus, das heutige Traun, am rechten
Ufer der ungenannte Römerort. Jenseits hat sich eine Analogie
der heutigen Benennung mit der alten herausgestellt; der alte
und der neue Ortsname stammen von dem alten und neuen
Flussnamen. Auch diesseits zeigt sich Aelmliches. An der
Krems liegt Kremsdorf, ganz nahe von Ansfelden. Nach der
oben von uns ausgesprochenen Vermuthung hatte auch der
römische Ort an der Kremsmündung seinen Namen von dem
alten Namen dieses Flusses entlehnt. Es lässt sich nun, da
wir auch Ovilatus bestimmt haben, die Analogie zwischen den
alten und neuen Orts- und Flussnamen am linken Ufer als
ein weiterer Grund dafür anführen, dass dasselbe am rechten
Ufer der Traun ebenso wie heute, schon in römischer Zeit der
Fall war. Au und für sich ist es ein natürlicher, naheliegender
Behelf, Orte am Zusammenfluss zweier Gewässer nach deren
Namen zu unterscheiden, wie die Ilzstadt und Innstadt in
Passau, oder, um ein uns ganz naheliegendes Beispiel, dessen
Gewicht wir erst jetzt, nachdem die Analogie vollständig dargelegt
ist, zu erkennen vermögen: wir treffen genau dasselbe
wie an der Kremsmündung, auch an der Mündung der Alben
oder Ahn; an dieser liegt ein Ort Traun an der Traun und
das 1189 zum ersten Mal genannte Schloss Albekke 'h (heute
Almegg) an der Alben. In diesem Fall blieb der alte Flussname
erhalten, mit ihm der alte Ortsname, in unserem Falle
aber ist nur der alte Ortsname an dem Castelle, das offenbar
wegen der grösseren Sicherheit der Lage besiedelt blieb, haften
1 Ich selbst habe Ovilatus früher, Ber. u. Mitth. des Wiener Alterthumsv.
XI, 127, in der Nähe von Pucking' gesucht, da es mir entsprechender
schien, den Ort auf dem gesicherten rechten Traunufer anzunehmen.
Allein die Specialkarte überzeugte mich, dass jeder Ansatz westlich der
Krems der Meilenzahl XXVII bei Joviacum widerspricht. Auch ginge
dabei die werthvolle Analogie im Verhältniss des alten und neuen Ortsund
Flussnamens verloren; ich schliesse mich daher der Vorjahren von
Gaisberger ausgesprochenen, wenngleich von ihm nicht begründeten
Bestimmung auf Traun gegenüber der Kremsmündung an.
2 Lamprccht, Matrikel S. 62.