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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Kenner.

Mögen  nun  diese  Reliefs  einem  oder  mehreren,  wahrscheinlich ­
  sepulcralen  Monumenten,  angehört  haben,  jedenfalls
gehören  sie  zu  den  bedeutendsten  Römerfunden,  die  man
seit  langer  Zeit  in  diesem  Landstriche  gemacht  hat;  sie
beweisen,  dass  man  zum  ersten  Baue  der  Kirche,  welche
schon  1294  einen  Indulgenzbrief  erhielt, 1  oder  spätestens  bei
ihrer  ersten  Erweiterung  im  Jahre  1464  2  Römersteine  als  Materiale ­
  verwendete.
Fügen  wdr  hier  gleich  an,  dass  der  Ort  Oftering,  zwei
Milien  westlich  von  Hörsching,  gleichfalls  schon  im  VII.  Jahrhundert ­
  erwähnt  wird. 3  Er  liegt  mit  den  bisher  genannten
Orten  Hörsching,  Traun  und  Ansfelden  in  einer  schnurgeraden
Linie;  man  braucht  nur  ein  Lineale  unter  die  Ortszeichen  zu
legen,  um  sich  davon  zu  überzeugen.
Es  ist  nun  kein  Zufall,  dass  die  allerältesten  Orte  der
Umgebung,  die  wir  uns  dabei  auf  einen  ziemlich  weiten  Umkreis ­
  ausgedehnt  denken,  in  der  Linie  Änsfelden-Oftering  liegen
und  dass  die  einzigen  erheblichen  Funde  von  römischen  Steindenkmälern ­
  zwischen  Wels,  Linz  und  Enns,  der  Sarkophag
von  Ansfelden  und  die  Reliefs  von  Hörsching,  gleichfalls  in
diese  Linie  fallen.
Dadurch  markirt  sich  deutlich  die  Richtung  der  Strasse
nach  Marinianio.  Ihr  weiterer  Lauf  steht  ausser  Zweifel;  sie
konnte  von  Oftering  nur  über  die  Bergreihe  gehen,  welche  die
Traunebene  von  der  kleinen  Ebene  von  Eferding  am  Donauufer ­
  trennt.  In  diesem  Sinne  und,  so  weit  es  die  Trace
im  Gebirge  überhaupt  gestattete,  in  möglichst  gerader  Linie
über  Axberg,  gelangte  sie  längs  einer  noch  heute  benützten
Strasse,  nach  Alkoven  an  der  Donau,  einen  Ort,  der  zwar
nicht  im  VII.  Jahrhundert,  doch  aber  im  VIII.  als  villa
publica  allinchhofa  erwähnt  wird. 4  Ihre  weitere  Fortsetzung

mit  kurzgeschorenem  Haupthaar,  in  der  Toga,  die  Arme  vor  der  Brust
gekreuzt,  in  der  Linken  eine  Schale  mit  zwei  Früchten  (Aepfel?)  haltend,
mit  der  Rechten  eine  Rolle  aufstützend.
1  Piliwein,  Hausruckkreis  S.  379.
2  Ebenda.
3  Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns,  I,  58,  G3,  438.
4  Stiftbrief  von  Kremsmünster.  Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns,
II,  3,  vgl.  5,  7,  104,  117.
            
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