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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Röraerorte  zwischen  der  Traun  und  dem  Inn.

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diesem  und  mit  der  Ueberfuhrstelle  bei  dem  Orte  Traun,  in
einer  geraden  Linie,  so  dass  man  Ansfelden  und  Hörsching
recht  wohl  als  die  beiden  Brückenköpfe  des  Traunüberganges ­
  bezeichnen  kann.
Zweitens  sind  die  beiden  eben  genannten  Orte  im  Alter
gleich;  auch  der  Locus  Herigisinga  bestand  schon  im  VII.  Jahrhunderte, ­
  er  wird  zuerst  zwischen  600  und  624  erwähnt. 1
Drittens  ist  Hörsching  auch  die  Fundstelle  von  römischen ­
  Reliefsteinen;  sie  wurden  bei  Erweiterung  der  Kirche
in  der  alten  westlichen  Abschlussmauer  aufgefunden,  sind  aus
Tuffstein  hergestellt  und  haben  natürlich  durch  die  Verwendung
als  Baumateriale  sehr  stark  gelitten.  Da  ich  sie  mit  dem
Schleistheimer  Relief  nach  den  trefflichen  Zeichnungen  des
Herrn  Otto  Paar,  Zeichnenlehrer  der  Realschule  in  Linz,  demnächst ­
  veröffentlichen  werde,  gebe  ich  hier  nur  eine  oberflächliche ­
  Beschreibung. 2

1  Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns  I,  437.
2  Der  eine,  1-23  M.  hoch  und  0'54  M.  breit,  zeigt  einen  stehenden  Krieger
von  vorne,  in  voller  Rüstung  mit  Schild  und  kurzem  Schwert  das  er  mit
der  Rechten  schultert.
Der  zweite,  dessen  Maasse  nicht  angegeben  sind,  enthält  eine
schlanke,  nackte  .Jünglingsfigur,  mit  langem  Haar,  die  Rechte  auf
das  vorwärts  geneigte  Haupt  legend,  mit  der  Linken  sich  auf  einen
Felsen  stützend,  der  in  der  Zeichnung  wie  eine  grosse  Keule  mit  darüber
gelegtem  Gewandstück  (?)  aussieht;  die  Füsse  sind  gekreuzt  (rechtes
Standbein),  neben  dom  rechten  Fusse  liegt  am  Boden  ein  Kopf  mit  aufwärts ­
  gewendetem  Antlitz  (Narcissus).
Das  dritte,  am  meisten  verwetzte,  1'32  M.  hoch,  0-57  M.  breit,
verräth  die  Spuren  einer  Gruppe  von  zwei  Figuren,  eine  wie  es  scheint
mit  einem  Lendenschurz  und  Stiefeln  versehene,  von  rückwärts  gesehene,
wendet  sich  gegen  die  andere  um,  von  der  nur  mehr  Contouren  wahrnehmbar ­
  sind.
Der  vierte  Stein,  ein  vierseitiges  Prisma,  enthielt  an  der  Stirnseite ­
  ein  jetzt  055  M.  hohes,  bei  0'38  M.  breites  Relief,  einen  schreitenden ­
  Amor,  die  Rechte  erhoben  (das  Attribut  nicht  zu  erkennen),  am
linken  Arm  ein  Gewandstück  und  einen  Stab,  hinter  welchem  der  Flügel
sichtbar  wird;  die  andere,  nun  eingemauerte  Seite,  hat  nach  Aussage  des
Herrn  Pfarrers  Engelbert  Müller,  Hercules  als  Kind,  die  Schlangen
würgend,  zum  Gegenstand  gehabt.
Das  fünfte  Relief  endlich  zeigt  in  einer  oben  bogenförmig  abgeschlossenen ­
  Nische  von  0’G5  M.  Höhe  das  Brustbild  eines  Mannes
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCX.  Bd.  II.  Hft.  37
            
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