Die Römerorte zwischen der Traun und dem Inn.
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Enns, die Entfernung dieser Linie stimmt mit der Angabe des
Itinerars und sehr richtig haben die heimischen Topographen
diese Linie für die binnenländische Strasse angenommen.
Die meisten von ihnen führen sie aber am linken Traunufer
von Kleinmünchen nach Wels, was unrichtig ist. Sie lief
auf dem rechten Ufer. Auf diesem werden wir die wenigen
Römerfunde, die man kennt, treffen; auch die älteren Ortsnamen
1 finden sich an diesem Ufer, während das linke in der
Linie der heutigen Hauptstrasse (Neubau, Marchtrenk) von
beiden nichts aufzuweisen vermag.
Die ungleichmässige Besiedlung beider Ufer ist für unseren
Gegenstand von Bedeutung. Sie hatte ihren Grund sowohl in
der Missgunst des haideartigen Bodens am linken Ufer, als
auch in der offenen Lage der Traunebene gegen die damalige
Reichsgrenze, die Donau. Wir dürfen nicht vergessen, diesen
Umstand in Anschlag zu bringen. Das Donauufer zwischen
Linz und Ebelsberg ist vollkommen eben, die Natur hat hier
nicht eine Bodenerhebung zum Schutze des Uferlandes gegen
feindliche Einfälle geschaffen, vielmehr wurden solche durch
die Oedigkeit und Verlassenheit der Gegend noch gefördert.
Dagegen bot das rechte Traunufer eine viel grössere Sicherheit
dar. Hier lief die Strasse etwas erhöht, man hatte freie
Aussicht auf die Ebene und war gegen plötzliche Ueberfälle
von dieser Seite her durch die Traun selbst geschützt, auf der
andern Seite erhob sich die Bergreihe, an deren Fuss die
Strasse lief. 2
1 Lamprecht, Historisch-topographische Matrikel des Landes ob der Enns,
1863, (VIII.—XIV. Jtahrh.). Sie nennt am rechten Traunufer: Slagstheim
1142, Waeizchirchen 1170, Buchingin 1120, Hasinuruuarli 1110,
Chremsdorf 1196, Alpunesvelt 629—639, Ebilsperch t070, Trunardorf
1111; am Unken Ufer erscheinen nur die beiden Orte Traun (VII. Jahrli.
und 1075) und 8t. Dionysen (1130), beide hart am Traunflusse, gegenüber
dem sehr alten Orte Alpunesvelt und sind unter dem Schutze desselben
entstanden.
2 Zwei urkundliche Erwähnungen einer via regia gegenüber von Wels und
eines Meilensteines am Slagstbach (Schleistheimerbach) übergehe ich, weil
sie wenn auch mit Wahrscheinlichkeit doch nicht mit voller Gewissheit
für unsere Strasse venverthet werden können. Bischof Embrieho von
Würzburg gab im Jahre 1128 die Weiserbrücke für den allgemeinen