Die Römerorte zwischen der Traun und dem Inn.
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Die natürlichste und einfachste Erklärung wird auch hier
der Wahrheit am nächsten kommen.
Der Abschreiber der Tabula hat, was er mit Sicherheit
dem Originale entnehmen konnte, getreulich nachgezeichnet, so
den Innfluss, der richtig bei Boiodurü mündet, das Gebirge,
welches in dem Winkel zwischen Inn und Donau thatsächlich
vorhanden ist, das Fragment einer horizontalen Strassenlinie
mit dem Namen Marinianio und ihre Verbindung mit der
binnenländischen Strasse; dagegen was er nicht mehr deutlich
ausnehmen konnte oder was ganz zerstört war, hat er weggelassen,
so die Fortsetzung der Strassenlinie auf beiden Seiten
desselben Ortsnamens, dann die Meilenzahl des letzteren und
andere Ortsnamen mit ihren Distanzen, die aber keineswegs
zahlreich waren. Es ist wahrscheinlich, dass nur Lentia ausgeblieben
sei, denn für Joviacum und Stanacum ist der Raum
in der Abschrift so enge, dass man vermuthen darf, dass sie
schon irn Originale gefehlt haben.
Was also die Tabula zwischen Boiodurü und Blaboriciaco
angibt, das sind lediglich Fragmente der ursprünglichen Darstellung
einer über Marinianio führenden Strasse, welche keine
andere als die uferländische gewesen sein kann. Denn erstlich
kann diese in der Tabula nicht gefehlt haben und zweitens ist
sie in der Tliat bis Boiodurü herab in einer Strassenlinie
dargestellt, welche über jener der binnenländischen hinläuft;
mittelst einer (über Pomono führenden) Verbindungsstrasse
treffen sich beide in Augusta Vindelicum, was mit dem Itinerar
(p. 250) übereinstimmt und, sowie letzteres für die binnenländische
Strasse die Punkte (p. 235) Ovilava, Jovavi und
Augusta Vindelicum, für die uferländische Regino anführt,
ebenso berührt in der Tabula die untere Strassenlinie Ouilia,
Ivavo und Augusta Vindelicum, die obere Regino und hebt
Miese Orte durch besondere Zeichen hervor. Also bis Boiodurü
ist in der Tabula die uferländische Strasse ganz richtig
dargestellt. Hier aber bricht' sie plötzlich ab, es entsteht eine
Lücke zwischen hier und Blaboriciaco, wo nach dem Itinerar
(p. 235) der Ausgangspunkt der uferländischen Strasse war.
In dieser Lücke sehen wir nun jene kurze horizontale Linie
unter dem Namen Marinianio, die so genau in der Richtung
der abgebrochenen Linie von Boiodurü steht, dass man beide
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