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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Römerorte  zwischen  der  Traun  und  dem  Inn.

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Die  natürlichste  und  einfachste  Erklärung  wird  auch  hier
der  Wahrheit  am  nächsten  kommen.
Der  Abschreiber  der  Tabula  hat,  was  er  mit  Sicherheit
dem  Originale  entnehmen  konnte,  getreulich  nachgezeichnet,  so
den  Innfluss,  der  richtig  bei  Boiodurü  mündet,  das  Gebirge,
welches  in  dem  Winkel  zwischen  Inn  und  Donau  thatsächlich
vorhanden  ist,  das  Fragment  einer  horizontalen  Strassenlinie
mit  dem  Namen  Marinianio  und  ihre  Verbindung  mit  der
binnenländischen  Strasse;  dagegen  was  er  nicht  mehr  deutlich
ausnehmen  konnte  oder  was  ganz  zerstört  war,  hat  er  weggelassen, ­
  so  die  Fortsetzung  der  Strassenlinie  auf  beiden  Seiten
desselben  Ortsnamens,  dann  die  Meilenzahl  des  letzteren  und
andere  Ortsnamen  mit  ihren  Distanzen,  die  aber  keineswegs
zahlreich  waren.  Es  ist  wahrscheinlich,  dass  nur  Lentia  ausgeblieben ­
  sei,  denn  für  Joviacum  und  Stanacum  ist  der  Raum
in  der  Abschrift  so  enge,  dass  man  vermuthen  darf,  dass  sie
schon  irn  Originale  gefehlt  haben.
Was  also  die  Tabula  zwischen  Boiodurü  und  Blaboriciaco
angibt,  das  sind  lediglich  Fragmente  der  ursprünglichen  Darstellung ­
  einer  über  Marinianio  führenden  Strasse,  welche  keine
andere  als  die  uferländische  gewesen  sein  kann.  Denn  erstlich
kann  diese  in  der  Tabula  nicht  gefehlt  haben  und  zweitens  ist
sie  in  der  Tliat  bis  Boiodurü  herab  in  einer  Strassenlinie
dargestellt,  welche  über  jener  der  binnenländischen  hinläuft;
mittelst  einer  (über  Pomono  führenden)  Verbindungsstrasse
treffen  sich  beide  in  Augusta  Vindelicum,  was  mit  dem  Itinerar
(p.  250)  übereinstimmt  und,  sowie  letzteres  für  die  binnenländische ­
  Strasse  die  Punkte  (p.  235)  Ovilava,  Jovavi  und
Augusta  Vindelicum,  für  die  uferländische  Regino  anführt,
ebenso  berührt  in  der  Tabula  die  untere  Strassenlinie  Ouilia,
Ivavo  und  Augusta  Vindelicum,  die  obere  Regino  und  hebt
Miese  Orte  durch  besondere  Zeichen  hervor.  Also  bis  Boiodurü ­
  ist  in  der  Tabula  die  uferländische  Strasse  ganz  richtig
dargestellt.  Hier  aber  bricht'  sie  plötzlich  ab,  es  entsteht  eine
Lücke  zwischen  hier  und  Blaboriciaco,  wo  nach  dem  Itinerar
(p.  235)  der  Ausgangspunkt  der  uferländischen  Strasse  war.
In  dieser  Lücke  sehen  wir  nun  jene  kurze  horizontale  Linie
unter  dem  Namen  Marinianio,  die  so  genau  in  der  Richtung
der  abgebrochenen  Linie  von  Boiodurü  steht,  dass  man  beide
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