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Hö fle r.
Es gährte seit dem Concil auch in Italien, als Hoffnungen
rege gemacht worden waren, die nicht in Erfüllung gingen
und jenes selbst dem Loche glich, das der Stein bereitet, der
in das Wasser geschleudert wurde. Rasch spritzt die Woge
auf, während der Stein in der Tiefe versinkt. Es bilden sich
Ringe, je grösser sie werden, desto glatter wird die Oberfläche.
Bald rauschen die Wasser wie früher und es ist, als
wäre nichts vorgegangen.
Mit Recht muss man es beklagen, dass auch jetzt wieder
die unheilvollen italienischen Kriege bewirkten, dass die allgemeinen
Angelegenheiten den italienischen zu Liebe hintangesetzt
wurden, das Bestreben, unter den italienischen Staaten
ein Gleichgewicht der Gewalten, den Mediceern aber eine
volle Sicherheit für die Zukunft zu schaffen, die Reformideen
verdrängten. Da K. Ludwig XII. von Frankreich 1515,
K. Ferdinand von Aragon und Sicilien 1516 starben, Neapel
in den Kreis politischer Speculationen ebenso hineingezogen
wurde als Urbino, das dem Herzoge Francesco Maria della
Rovere abgenommen werden sollte, um es dem Neffen Leo’s,
Lorenzo von Urbino, zu verschaffen, häuften sich die Complicationen
noch mehr. Schon 1517 erkannte Leo das Bedürfniss,
seine eigene Stellung in Rom zu befestigen, und
dieses war es, was ihn, wie Ammirato die Sache darstellt, 1
bewog, im Jahre 1517 die grosse Cardinaispromotion vorzunehmen,
welche allein sechs Florentinern unter einunddreissig
ernannten den rothen Hut verschaffte. Bei dieser Gelegenheit
ward auch dem Manne des unbedingten Vertrauens K. Karls I.
von Spanien (Maximilians siebenzehnjährigen Enkel’s), dem
Bischöfe von Tortosa, Adrian von Utrecht, seiner hervorragenden
Verdienste wegen die hohe Würde zu Theil. Die massenhafte
Promotion hatte aber noch eine andere Bedeutung. Der
Krieg um Italien verschlang so grosse Summen, dass Leo X.
daran denken musste, die ohnehin durch die kostspielige Hofhaltung,
die Begünstigung von Gelehrten, Künstlern, Musikern,
Dichtern erschöpfte päpstliche Casse wieder zu füllen. Es war
kein Geheimniss, dass ein Theil der Cardinäle für die erlangte
Würde hohe Summen bezahlen musste, mehrere von ihnen
1 L. XXIX (II, 331).