Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

530

Hofier.

übrigen  Orden  mussten  sieh  dem  gegebenen  Impulse  gleichfalls ­
  fügen  und  so  trat,  während  in  Aragon  zwar  K.  Ferdinand
sehr  für  die  Inquisition  einstand,  aber  die  Vergebung  der  Bisthümer
  nach  seinen  Neigungen  und  nicht  nach  höheren  Bedürfnissen ­
  in  seine  Hand  nahm,  in  Castilien  ein  wohlthätiger
Umschwung  der  Dinge  ein.  Die  Bedeutung  des  ausgezeichneten ­
  Mannes  nahm  aber  zu,  als  die  Katastrophe  des  castilianischen
  Königshauses  eintrat,  erst  Don  Affonso  von  Portugal,
Gemahl  der  Infantin  Isabella  starb,  dann  Don  Juan,  der  Erbe
von  Castilien  und  Aragon,  dann  seine  Witwe  Margaretha  zu
früh  niederkam,  die  Infantin  Isabella  nach  der  Geburt  ihres
Sohnes  starb,  letzterer  Erbe  von  den  drei  Reichen  Portugal,
Castilien  und  Aragon  seiner  Mutter  bald  in  das  Grab  nachfolgte, ­
  1502  der  Prinz  von  Wales,  Gemahl  der  jüngsten  Infantin ­
  Katharina,  1504  die  Königin  Isabella,  deren  Tochter
Juana  bereits  deutliche  Spuren  von  Wahnsinn  zeigte,  endlich
am  24.  September  1506  der  Gemahl  Juana’s,  König  Philipp,
Erzherzog  von  Oesterreich,  K.  Ferdinand  aber  zur  zweiten
Heirath  schritt  (1506)  und  die  Gefahr  der  Trennung  Aragons
von  Castilien  wie  ein  unheimliches  Gespenst  sich  anmeldete.
Bei  jeder  Krise  des  castilianischen  Königthums  trat  aber  der
Primas  rettend,  schützend,  helfend  ein  und  erwarb  sich  dadurch
den  hohen  Ruhm,  Erhalter  und  Wahrer  des  Königthums  zu
sein,  ob  nun  die  Gefahr  von  den  Granden  drohte,  die  die
Zeiten  K.  Heinrichs  IV.  wiederzubringen  sich  bemühten,  als  sie
Alles  waren  und  der  König  ihr  Spielball,  oder  aus  der  Entzweiung ­
  K.  Philipps  mit  seinem  Schwiegervater,  oder  aus  dem
Wahnsinne  der  unglücklichen  Königin  Juana.  Während  der
Spanier  Borgia  (Alexander  VI.)  der  christlichen  Welt  nur
Aergerniss  gab,  Julius  II.  Bündnisse  schliessend  und  Bündnisse ­
  lösend  nur  an  die  Befreiung  Italiens  von  den  Franzosen,
Spaniern  und  Deutschen  dachte,  selbst  aber  der  Stiefvater  der
Christenheit  wurde,  gab  Jimines  den  kriegerischen  Päpsten
und  den  Fürsten,  die  ihnen  folgten,  das  leuchtende  Beispiel,
an  der  Befreiung  Afrikas  vom  Joche  des  Islam  zu  arbeiten
und  nahm  er  die  Eroberung  Nordafrikas  wieder  auf,  welche
als  die  Fortsetzung  des  Krieges  um  Granada  angesehen  werden
musste  und  die  von  K.  Ferdinand  in  unheilvoller  Stunde  um
des  italienischen  Krieges  willen  aufgegeben  worden  war.  Als
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.