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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Höfle  r.

Modena  und  Reggio  zusagte.  Die  Hauptsache  war,  die  Verständigung ­
  in  Betreff  der  pragmatischen  Sanction.  Nachdem
dieselbe  von  dem  Concil  aufgehoben  worden  war,  musste  der
Papst  auf  ihrer  Beseitigung  bestehen.  Es  geschah,  aber  nur
in  der  Form,  dass  dafür  das  famose  Concordat  entstand,
welches  der  französischen  Krone  und  ihrer  Habsucht  die  französische ­
  Kirche  preisgab.  Es  klang  beinahe  wie  Hohn,  als  das
neue  Concordat  (Tit.  I)  auseinandersetzte,  welch  üblen  Zuständen ­
  die  pragmatische  Sanction  ein  Ende  bereitet,  die  aber
selbst  durch  römischen  Missbrauch  entstanden  waren  und  wie
der  König  den  Papst  gebeten  habe,  dass,  wenn  durchaus  der
Name  der  sanctio  pragmatica  fallen  solle,  wenigstens  für  gewisse ­
  Gesetze  und  Bedingungen  gesorgt  werde,  die  in  seinem
jimperiunF  gelten,  an  die  Stelle  der  Pragmatik  treten  und  von
dem  Concil  bestätigt  werden  sollten.  Das  genügte  aber  noch
nicht,  sondern  ausdrücklich  heisst  es,  dass  die  zur  Redaction
des  Concordates  niedergesetzte  Commission  das  Meiste  aus
der  Pragmatik  aufnehine  und  nur  in  Betreff  der  Wahlen,
welche  zu  so  grosser  Simonie  Anlass  gegeben  (Tit.  IV), 1  vermochte ­
  K.  Franz  seinen  Willen  nicht  durchzusetzen.  Man
wollte  wissen,  das  K.  Franz,  nachdem  das  Concordat  angenommen ­
  worden,  sich  an  seinen  Kanzler  Prat  mit  den  Worten
wandte,  dieses  Concordat  wird  dich  und  mich  in  die  Hölle
bringen,  und  mit  vollem  Rechte  hat  später  der  Venetianer
Corner  auseinandergesetzt,  dass  es  Ursache  an  dem  gänzlichen
Ruine  der  französischen  Kirche  ward. 2  Es  hat  den  Hugenotten
die  wirksamsten  Waffen  in  die  Hände  gegeben,  während  es
dem  Könige  die  Macht  verlieh,  die  Kirchen  zu  plündern,  die
Abteien  zur  Fütterung  seiner  Jagdhunde  zu  gebrauchen,  die
Bischöfe  in  willenlose  Werkzeuge  seiner  schnöden  Tyrannei
umzuwandeln.  In  der  eilften  Sitzung  des  Concils  (19.  December
  1516)  wurde  nach  dem  Vortrag  des  Bischofs  von  Reval,
Abgesandten  des  Markgrafen  Joachim  von  Brandenburg,  auf
Antrag  des  Bischofs  von  Isernia  das  Concordat  von  dem
Concil  angenommen.  Nur  wenige  erklärten  sich  dagegen,  da
theils  die  Verhinderung  von  Appellationen,  theils  die  Berech-1

  Acta  Conciliorum.  Parisiis  1714.  T.  iX,  p.  1871.
2  Tomaseo,  Relazioni  di  Francia,  S.  128.
            
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