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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

t>ie  rorann.  Welt  und  ihr  Verhältniss  zu  den  Reformideen  des  Mittelalters.  51  1

die  Schweizer  das  Thor  Italiens  dem  Könige  zu  verschliessen,
als  sie  Mailand  für  den  Sohn  Lodovico  Moro’s,  Maximilian
Sforza,  bestimmten.  Als  aber  die  fünfte  Sitzung  des  Concils
am  15.  Februar  1513  1  gehalten  wurde,  konnte  der  Papst  nicht
mehr  präsidiren.  Es  war  im  Vorgefühle  seines  nahen  Todes,
dass  er  seine  Verordnungen  gegen  eine  simonistische  Papstwahl ­
  der  Approbation  durch  das  Concil  unterzog,  um  jeder  Art
von  Greben,  Nehmen,  Versprechen  von  Geld  und  Gut,  Amt  und
Würden  vor  der  Papstwahl  ein  Ende  zu  machen.  Der  Redner,
■welcher  am  Schlüsse  der  Sitzung  wie  gewöhnlich  die  feierliche
Schlussrede  hielt,  gab  derselben  beinahe  die  Form  einer  Grabrede, ­
  an  deren  Ende  er  das  Gebet 2  um  Frieden  als  das
höchste  anknüpfte,  was  die  Zeit  begehre.  Es  war  das  Verlangen ­
  um  so  dringender,  als  die  Venetianer  sich  wieder  an
die  Franzosen  anschlossen  und  nun  die  Rede  war,  den  Abt
von  Clugny  zum  Papste  zu  erheben.  3  Die  Gefahr  eines  neuen
Schismas  trat  wie  ein  Gespenst  an  das  Bett  des  fieberkranken
Papstes,  der  mehr  als  siebenzig  Jahre  alt,  damals  im  Vatican
mit  dem  Tode  rang.  Schon  seit  Anfang  Februar  1513  hatte
Papst  Julius  im  Vorgefühle  seines  nahen  Endes  die  nöthigen
Vorbereitungen  für  diesen  Moment  getroffen, 4  sich  mit  dem

1  Nach  den  Diarien  des  Paris  am  13.
2  Te  aeterne  Olympi  regnator  Christel
3  Panrinio.
4  Die  veneris  4  Februarii  Pontifex  mihi  ad  se  in  lecto  aegrotantem  vocari
jusso  exposuit  summa  cum  pietate  sui  corporis  resolutionem  imminere
et  jam  vitam  in  Dei  manibus  esse  nee  jam  amplius  de  sospitate  ulla
eogitare,  quin  potius  eorpus  suum  de  proximo  moriturum  et  in  pulverem
sese  resolvendum,  de  qua  re  gratias  agebat  Deo  quod  bonum  finem  (ut
ehristianum  decet)  sortitus  esset,  non  autem  improvisum  aut  subitaneum
casum,  sicut  multis  ante  se  pontificibus  jam  contigisse  sc.iebat,  qui  adeo
celebri  morte  rapti  sunt  ut  nec  de  rerum  substantia  nec  de  corporis  conditura
  nec  de  animae  salute  providere  potuerint.  Ergo  in  hoc  statu
constitutus  ipse  pontifex  in  me  uno  ut  dixit  confidens  est,  quod  quaecunque
  mandaret,  pro  me  exequenda  putaret  fidelis  et  obediens  quem
existimat  gratum  fore  non  quidem  ob  multa  beneficia  mihi  a  se  collata
sicut  si  vixisset  optasset,  vel  saltem  ob  cardinaiatus  dignitatem  in  fratre
meo  a  se  libentissime  collatam  rogabatque  me  propterea  ut  sui  mox  morituri
  corporis  curam  susciperem,  non  ut  superfluenter  nec  nimis  deliciose
ornari  efferrique  facerem  cum  id  ipsum  non  mereatur,  quippe  qui  dum  vixisset
  nimis  magnus  peccator  extiterit,  sed  ne  nimis  abjecte  vestiretur
            
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