Die roraan. Welt und ihr VerhältnißB zu den Reformideen des Mittelalters. 509
massige Wahl oder als Coadjutor Papst zu werden, zu sehr.
Als jetzt auch der deutsche Clerus für Papst Julius Partei
nahm, das Pisaner-Mailänder Concil nicht beschickte, in
Augsburg selbst sich dagegen erklärte, 1 der gelehrte Abt
Johann von Tritheim von St. Jakob in Würzburg offen sich
gegen das Schisma aussprach, 2 die Deutschen damals noch den
Bruch der Einheit für das grösste Uebel ansahen, Papst Julius
aber Anstalten traf, das römische Concil wirklich ins Leben
zu führen, und nun von diesem die grossen Anklagen gegen das
Treiben der weltlichen Fürsten ergingen, entschloss sich Maximilian,
nach seiner und des Reiches Verpflichtung, ,die heilig
Kirchen zu beschirmen und liberirenh 3 Er sandte deshalb
seinen vertrauten Rath, den Bischof von Gurk, statt nach Pisa
nach Rom. Dieser wohnte der dritten Sitzung des Concils am
3. December bei, widerrief im Aufträge des Kaisers alle Zustimmung
zu den Acten des Pisaner Concils und leistete im
Namen Maximilians dem Papste die gewohnte Obedienz. 4 Das
Mandat des Kaisers an seinen Gesandten, datirt vom 1. September,
wurde vorgelesen. 5 Es erstreckte sich auch auf die
Nichtigkeit dessen, was der gallicanische Clerus zu Tours beschlossen.
Dann verlas Mathäus Lang, Bischof von Gurk, die
feierliche Revocation, 0 schritt hierauf, begleitet von dem kaiserlichen
Orator Albert de Carpi zu dem Papste, küsste ihm den
Fuss, worauf eine Bulle des Papstes der Welt die Aussöhnung
mit dem Kaiser verkündete. Bereits am 23. November hatte
der Bischof dem Kaiser von der Union des Papstes mit ihm
und der Ertheilung eines Zehenten von der deutschen Kirche
berichtet. 7 Der Bischof wies den ihm bestimmten Cardinaishut
1 Guicciard. X, p. 783.
2 Nach Lanz am 26. August 1511, nach Horn am 25. August. Ich konnte
den Brief nicht finden und Andere, die ich befrag-, konnten mir darüber
keine Auskunft geben.
3 Janssen p. 855.
4 Suramarium.
5 Lateranense concilium f. XXXIX.
6 Ad abolendum omne seisma.
1 Le Glay n. CLVIII.