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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Hofier.

Portugal-Algarve  gleichfalls  ein  Bastardzweig  des  burgimdischen
Hauses  (wie  in  Castilien  und  Aragon)  zur  Herrschaft  gekommen
sei,  jetzt  der  illegitime  Zweig  auch  durch  aragonische  Waffen
nach  Neapel  verpflanzt  werde,  in  Navarra  durch  K.  Juan  gleichfalls ­
  die  castilianisch-aragonische  Bastarddynastie  zur  Herrschaft
gekommen  sei  und  somit  in  mindestens  fünfzehn  Königreichen
der  Kronen  Portugal,  Castilien,  Aragon,  Navarra  Bastardstämme ­
  regierten  —  eine  Thatsache,  deren  Erwähnung  hinreicht, ­
  um  eine  der  merkwürdigsten  Veränderungen  in  der  Geschichte ­
  romanischer  Länder  zu  bezeichnen.  Wenn  Bastarde
Throne  erben  konnten,  sie  Grossmeister  der  Ritterorden,  Bischöfe
und  Erzbischöfe  werden  konnten  —  ein  natürlicher  Sohn  K.  Ferdinands ­
  V.  ward  Erzbischof  von  Saragossa,  1  diese  dann  regelmässig ­
  den  Namen  jener  Länder  trugen,  deren  Könige  ihre
Väter  waren,  darf  man  sich  nicht  wundern,  wenn,  was  Sitte
geworden  war,  keinen  Anstand  erregte.  Man  behauptete,
K.  Heinrich  IV.  habe  selbst  seine  Gemahlin  dem  Herzog  von
Albuquerque,  Don  Beitram  de  la  Cueva,  angeblichen  Vater  der
Infantin  Juaua  la  Beltrameja,  zugeführt.  Bastarde  ritten  regelmässig ­
  vor  den  rechtmässigen  Söhnen  einher,  die  abgedankten
Geliebten  der  Könige  wurden  Aebtissinnen  und  trugen  als  solche
ihre  Gewohnheiten  in  ihre  Klöster  über.  Es  schadete  Carlos,
Prinzen  von  Viana  nicht,  dass  er  in  seiner  klösterlichen  Zurückgezogenheit ­
  in  Sicilien  ein  intimes  Verhältnis  mit  einer  Dame
unterhielt,  das  nicht  ohne  Folgen  blieb.  Für  die  Catalanen  war
er,  als  er  1461  starb,  doch  ein  Heiliger,  an  dessen  Grabe  sechs
Tage  lang  für  Catalanen  Wunder  stattfanden.  Von  dem  Erzbischöfe ­
  Rodrigo  de  Luna  von  San  Jago  wurde  behauptet,  er

1  Quando  falleciö  I).  Juan  de  Aragon  Arifobispo  de  Qaragossa  los  reyes  de
Aragon  (Juan  II.)  y  Castilla  (Ferdinand)  embiaron  a  suppliear  al  Papa
que  tuviesse  por  bien  de  proveer  de  aquella  iglesia  en  la  persona  de
D.  Alonso  de  Aragon,  liijo  natural  del  Key  de  Castilla  (von  D“  Aldon<;a
Koch  de  Iborra,  die  nachher  den  D.  Frances  Galceran  de  Castro  y  de
Pinos  Vizconde  de  Ebol  heirathete),  que  era  de  seys  aiios.  1478.  Q'urita,
Anales  XX  c.  23,  wo  man  die  Gewaltmaassregeln  lesen  kann,  die  die
Könige  ergriffen,  als  Papst  Sixtus  IV.  auf  das  unstatthafte  Begehren  nicht
gleich  einging.  Der  erzbischöfliche  Sitz  von  Taracona  sollte  1479  an  den
natürlichen  Sohn  des  Prinzen  Carlos  von  Viana  vergeben  werden.  Qurita,
an.  XX  c.  31.
            
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