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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  roman.  Welt  und  ihr  Verhältnis  zu  den  Roformideen  des  Mittelalters.  471

Kampf  um  die  Rechte  von  Papst  und  Concil  nur  langsam  verhallte, ­
  ging  nach  Innen  hin  eine  Veränderung  vor  sich,  die
den  ganzen  Charakter  des  Kirchenregimentes,  die  ganze  Stellung ­
  des  Papstes  zur  Kirche  verändern  konnte.  Den  Parteien
im  Cardinaleollegium  gegenüber,  so  wie  den  nun  wiederkehrenden ­
  Versuchen  des  Territorialadels,  die  Herrschaft  der
Päpste  im  Kirchenstaate  zu  beschränken,  fand  das  Zeitalter  selbst
es  in  der  Natur  der  Verhältnisse  gegründet,  wenn  der  Papst
sich  auf  seine  Anverwandten,  namentlich  seine  Neffen  stützte.
Doch  machte  noch  1456  der  Graf  von  Concentaina,  Abgesandter
K.  Alfonsos  V.  von  Neapel-Sicilien-Aragon  zu  Calixt  III.,  dem
letzteren  Vorwürfe,  dass  er  an  Einem  Tage  zwei  Neffen  zu  Cardinälen
  erhoben  habe.  Er  warf  ihm  selbst  seine  niedere  Geburt
vor 1  und  dass  er  in  Canales  lesen  gelernt  und  zuerst  die  Epistel
in  der  Kirche  des  hl.  Antonius  gesungen  habe.  Allein  der
spanische  Papst  konnte  dem  Abgesandten  des  mächtigen  Königs,
wenn  er  wollte,  sagen,  dass  er  seine  hohe  Stellung  vor  Allem
seinen  Tugenden  und  seinen  Kenntnissen  verdanke  und  der
Weg  zur  Tiara  bisher  nicht  durch  die  Vorzüge  der  Geburt,
sondern  des  Lebens  Allen,  auch  dem  Aermsten  offen  stand;
dass  der  König  von  ihm  verlange,  das  mit  Waffengewalt  eroberte ­
  Königreich  Neapel  seinem  unehelichen  Sohne  Don  Fernando ­
  zuzuwenden;  dass  der  König  selbst  dem  Bastardzweige
der  castilianisclien  Könige  entsprossen  sei,  der  von  Leonora  de
Guzman  entstammend,  durch  Heinrich  von  Trastamare  —  dem
Vater  von  dreizehn  unehelichen  Kindern  —  nach  Ermordung
des  rechtmässigen  Königs  (Don  Pedro  1369)  sich  auf  den  blutbefleckten ­
  Thron  erschwungen  habe;  dass  in  dem  Königreiche

XXIV  essent  redacti  majoremque  Iioc  numero  non  pati  in  ecclesia  esse,
neminem  quoque  assumere  qui  non  XXX  annum  excederet  quique  non
professus  esset  vel  pontificium  jus  vel  eivile  vel  literas  sacras  nec  nisi
unum  quemque  hujus  generis  liomiuem  de  eognitione  (cognatione)  sua
eligere.  6.  De  majoribus  insuper  committendis  sacerdotiis  non  nisi  in  consistorio
  sententiis  auditis  decernere.  —  7.  Non  destituere  sede  sua  episeopum
  quemquam  abbatemve  postulatione  nulla  principum.  —  Eine  Sammlung ­
  aller  dieser  Capitulationen  wäre  für  die  Geschichte  der  Päpste
äusserst  lehrreich.  Vergl.  Höfler,  zur  Kritik.  II.
1  La  Euente,  hist,  general  de  Espana  VIII,  p.  351,  aber  mit  Anführung
der  Worte  Qurita’s.
            
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