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Die Aufrichtung des Kirchenstaates als solcher war, nachdem
sich der römische Kaiser mehr und mehr von Italien zurückgezogen
und genug zu thun hatte, wollte er sich den deutschen
Fürsten gegenüber als Reichsoberhaupt erhalten, ebenso in Betreff
Italiens eine Nothwendigkeit geworden als in Bezug auf
die allgemeine Lage der Christenheit, und der kleine Kirchenstaat
hat, seit die italiünische Halbinsel Grenzland gegen die
Türkei und ein Hauptbollwerk gegen die osmanische Seeherrschaft
wurde, für die Zurückweisung der Osmanen mehr gethan
als sehr grosse Länder Europas. Allein gerade die Wiederaufrichtung
des Kirchenstaates zu einer Zeit, als es keine mailändische
Republik gab, sondern in dem einst so freiheitsdurstigen
Staat das Haus Sforza dem tyrannischen Hause der Visconti
nachfolgte, in Florenz die Mediceer das Principat erlangten
und in Neapel eine Nebenlinie des aragonesischen Königshauses
herrschte, brachte auch von selbst mit sich, dass die Päpste
sich mehr und mehr als Fürsten fühlten und schon zur Erhaltung
ihrer italienischen Macht sich auf ihre Nipoten stützten,
als auf diejenigen, welchen sie selbst in der allgemeinen Unsicherheit
am ehesten sich vertrauen konnten, bei mehr wie
Einem zuletzt der Fürst und die Förderung des landesfürstlichen
und persönlichen Interesses den Papst und dessen Aufgabe
verdrängten. So entstand in der zweiten Hälfte des fünfzehnten
Jahrhunderts ein Streit um Interessen, welche, so lange die
Concilienbewegung angedauert hatte, in gleicher Weise nicht
in den Vordergrund getreten waren, ja vor der allgemeinen
Richtung sich zurückziehen mussten und die Geschichte des
Papsttlmms selbst verwebt sich nicht blos mit den territorialen
Streitigkeiten Italiens, sondern auch mit den Bestrebungen,
die Häuser Borgia (Oalixt III. und Alexander VI.), Piccolomini
(Pius II. und III.), Rovere (Sixtus IV. und Julius II.),
Cibct (Innocenz VIII.) gross zu machen, bis endlich das
Haus Medici (Leo X. und Clemens VII.) alle anderen überstrahlte
und eine bleibende Macht in Mittelitalien begründete.
Die deutschen Päpste waren längst verschwunden, von französischen
war seit der avignonesischen Zeit und dem Schisma
keine Rede, nur zwei Spanier, die Borgias, machten sich bemerklich.
Seit der Papst italienischer Fürst geworden war,
schien der Ausschluss von Nichtitalienern selbstver-