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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Ho  fl  er.

könne,  vor  Allem  daher  das  Santo  oficio  der  Inquisition  gewahrt ­
  und  gefördert  werden  müsse. 1
Die  Aragonesen,  bei  welchen  der  König  so  ziemlich  als
der  primus  inter  pares  betrachtet  wurde  und  die  ihre  Freiheit
nach  Oben-  wie  nach  Unten  zu  vertheidigen  gewohnt  waren,
sahen  mit  Hecht  in  dem  processualischen  Verfahren  der  Inquisition ­
  eine  schwere  Beeinträchtigung  ihrer  Rechte.  Einerseits ­
  verhehlte  man  sich  nicht,  dass  das  Königreich  mit  verdächtigen ­
  Personen  überfüllt  sei  und  aus  diesem  Grunde
wurden  denn  auch  der  Dominikaner  Gaspar  Jnglar  und  der
Domcapitular  Pedro  Arbues  de  Epila  zu  Inquisitoren  für  Aragon, ­
  zwei  andere  für  Valencia  ernannt  (4.  Mai  1484).  Alle
königlichen  Beamten,  die  deputados  del  reyno  und  die  weltlichen ­
  Herren  mussten  schwören,  die  Inquisition  zu  unterstützen
und  wirklich  leisteten  am  19.  September  der  Justieia  von
Aragon,  die  Mittelsperson  zwischen  den  Königen  und  den
Ständen,  und  mehrere  angesehene  Personen  den  verlangten
Eid.  Als  aber  nun  die  Inquisition  ihre  Edicte  veröffentlichte,
die  Confiscationen  erfolgten,  der  Justieia  und  die  königlichen
wie  seine  Beamten  aufgefordert  wurden,  der  Inquisition  Hülfe
zu  leisten,  so  entstand  eine  grosse  Bewegung,  die  sich  namentlich ­
  gegen  die  Confiscation  der  Güter  richtete.  Mochten  hiebei
die  der  Inquisition  überhaupt  Abgeneigten  von  der  Ansicht
ausgehen,  dass,  wenn  die  Confiscation  wegfalle,  dem  ganzen
Institute  die  materielle  Basis  entzogen  werde, 2  so  vereinigte
sich  dieser  Grund  der  Abneigung  mit  dem  des  Adels,  welcher
mit  Recht  eine  nachhaltige  Veränderung  im  Besitzstände  daraus
befürchtete.  Die  Inquisition  stiess  auf  Widerstand;  eine  Gesandtschaft ­
  ging  an  den  König  ab,  man  suchte  auf  den  Papst
einzuwirken,  als  die  Partei  der  Judenchristen  sich  entschloss,
zu  dem  Mittel  zu  schreiten,  das  im  dreizehnten  Jahrhundert
die  Patarener  gegen  die  Inquisition  ergriffen.  Ihr  Mord  wurde
heimlich  beschlossen,  der  eine  von  ihnen,  Pedro  Arbues,  zur
Zeit  der  Matutin  in  der  Hauptkirche  zu  Saragossa  meuchlings
überfallen,  tödtlich  verwundet  (Nacht  vom  14.  auf  den

1  Instruction  K.  Karls  V.  an  die  castilianischen  Gobernadoren  von  1520,
bei  Quevedo  zu  Maldonado,  p.  297—314.  Siebe  S.  277.
2  Qurita.
            
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