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Hofier.
als Isabellas gleichnamige Tochter, Gemahlin des Königs
Manuel von Portugal den Infanten Don Miguel gebar und
nun, da Don Juan, ältester Sohn Don Fernandos und der Donna
Isabel 4. October 1497 gestorben war, der portugiesische Infant
in Castilien und Aragon die Huldigung der Cortes erlangte.
Niemals war die Vereinigung der drei Kronen Portugal, Castilien,
Aragonien näher gerückt. Ein einziger Tag zerstörte alle
diese Hoffnungen, — es war der Todestag Don Miguels
(20. April 1500), der zweiundzwanzig Monate nach dem Tode
seiner Mutter dieser in das Grab nachfolgte.
Ob nun aber diese Vereinigung stattfinde oder nicht,
unter welchen Modalitäten und wem zum Nutzen, so viel war
gewiss, dass trotz der kriegerischen Erhebung Aragons unter
Alfonso V. die drei Königreiche Castilien, Aragon und Navarra
im Anfänge der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts
tief gesunken waren und einer Reconstruction um so mehr bedurften,
da zu der gänzlich zerrütteten finanziellen Lage Castiliens
die Streitigkeiten der Aftervasallen Aragons gegen den hohen
Adel sich gesellten, die die Gefahr eines ernsten Bürgerkrieges
in sich schlossen. Es gab somit eigentlich nur zwei Staaten
von grösserer Bedeutung, das französische Königreich, das
sich auch im fünfzehnten Jahrhundert, wie es in ähnlicher
Weise auch im vierzehnten nach dem unglücklichen Frieden
in Portugal nehmen, wodurch dieses selbst eine Waffe gegen Castilien
erlangte (Calendar of letters, Edit. Bergenroth II, 1509 — 1525.
n. 379, p. 396).
Zwei Frauen stritten sich so am Ende der Bastarddynastie Castiliens
um die Herrschaft. Die Eine errang sie, indem sie den letzten Sprossen
desselben Hauses aber vom aragonesischen Zweige heirathete, Ferdinand
den Katholischen, der dadurch ein doppeltes Anrecht auf Castilien
gewann, die Andere, vielumworben, blieb die gefährliche Prätendentin so
lange sie lebte (f 1530), und war erst unschädlich gemacht, als das
portugiesische Königshaus durch die Vermählung der Infantinnen Isabella,
Maria, Leonora, Katharina in das castilianische Interesse hineingezogen
worden war, der habsburgisch-burgundische Erbe Casliliens und Aragons,
Don Carlos (Karl V.) eine portugiesische Infantin (Isabella) heirathete.
Was in Spanien geschah, stand nicht vereinzelt da. Wohin man
blickte, stand eine Auflösung des Bestehenden als vollendete Thatsache
da und was sich an dessen Stelle zu erheben suchte, trug bereits im
Entstehen den Keim des Unterganges in sich.