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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Zur  Geschichte  der  Gründung  des  Hauses  Thang.

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Um  diese  Zeit  wurden  die  Räuberscharen  nach  der  Reihe
zur  Ordnung'  gebracht.  Kao-khai-tao  wollte  sich  unterwerfen,
argwöhnte  jedoch,  war  unschlüssig  und  fürchtete,  schuldig  befunden ­
  zu  werden.  Er  verliess  sich  noch  immer  auf  die  Türken ­
  und  war  beruhigt.  Indessen  gab  es  unter  seinen  Anführern
und  Kriegsmännern  viele  Menschen  aus  Schan-tung.  Dieselben
sehnten  sich  nach  der  Heimkehr,  und  die  Menge  war  des
Aufruhrs  in  immer  grösserem  Maasse  müde.
Kao-khai-tao  hatte  mehrere  hundert  starke  Kriegsmänner
zu  sich  berufen,  damit  sie  Pfleglinge  unter  dem  kleinen  Thore
der  Leibwache  seien.  Als  (jJH  Tseh’ang  -  kiün  -  li,  ein
Anführer  Lieu-he-thä’s  entfloh  und  sich  Kao-khai-tao  zuwendete,
gab  dieser  Befehl,  dass  er  sich  mit  dem  geliebten  Anführer
SU  jfk  Tsch’ang-kin-schü  in  die  Aufsicht  über  sie  theile.
Tsch’ang-kin-sehü  gebot  heimlich  einigen  Leuten  der  Umgebung, ­
  verstellter  Weise  mit  den  Pfleglingen  zu  spielen.  Als
es  Abend  wurde,  trat  er  unter  das  kleine  Thor  und  löste  die
Sehnen  von  den  Bogen.  Ferner  nahm  er  die  Schwerter  und
Lanzen  und  legte  sie  in  Haufen  unter  die  Betten.  Als  es
dunkel  war,  griff  er  mit  seinen  Genossen  die  Pfleglinge  lärmend
an.  Einige  fassten  die  Schwerter  und  Lanzen  in  die  Arme
und  traten  bei  dem  kleinen  Thore  heraus.  Die  gerechten
Männer  wollten  sich  hinzudrängen  und  kämpfen,  hatten  aber
keine  Bogen  und  Lanzen.  Tseh’ang  -  kiün  -  li  zündete,  in  der
äusseren  Feste  ein  Feuer  an  und  setzte  sich  ins  Einverständuiss.
  Unter  den  Zelten  war  grosse  Aufregung,  die  Pfleglinge
wetteiferten,  sich  Tsch’ang-kin-schü  zuzuwenden.
Kao-khai-tao  sah,  dass  er  nicht  entkommen  könne.  Er
kleidete  sich  in  den  Panzer,  zog  die  Klinge,  nahm  in  der
Halle  Platz  und  trank  mit  seiner  Gattin,  mit  den  Nebenfrauen
und  den  bei  Musiktönen  tanzenden  Tänzerinnen  Wein.  Tsch’angkin-schü
  getraute  sich  nicht,  vorzutreten.  Als  es  tagen  wollte,
erwürgte  Kao-khai-tao  zuerst  seine  Gattin,  die  Nebenfraueu  und
die  Kinder,  dann  tödtete  er  sich  selbst.  Tsch’ang-kin-schü  stellte
die  Krieger  in  Reihen,  Hess  die  Pfleglinge  gefangen  nehmen
und  sie  alle  enthaupten.  Ingleichen  tödtete  er  Tsch’ang-kiünTi
und  unterwarf  sich.
Seit  Kao-khai-tao  zu  den  Waffen  gegriffen,  waren  acht
Jahre  verflossen,  als  er  vernichtet  wurde.  Man  bildete  aus
            
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