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H öfter.
Ordnung verfiel, so war der Moment gekommen, in welchem
Ludwig II., Herzog von Anjou (Sohn des 1384 verstorbenen)
sich in den Besitz Neapels setzen konnte. Allein wieder zeigten
sich die Folgen des Schismas. Papst Bonifacius IX. unterstützte
gegen ihn den Sohn Karls III., Ladislaus; K. Ludwig musste
sich nach der Provence zurückziehen und Ladislaus trat bereits
mit all’ den Ansprüchen des anjovinischen Hauses auf die
Herrschaft in Italien und Ungarn auf. 1 Da machte sein früher
Tod am 6. August 1414 allen diesen Plänen ein Ende, ein
Ende auch dem Mannsstamme der anjovinischen Dynastie,
nachdem dieselbe vier Könige von Ungarn, einen des Gesammtreiches
Sicilien, einen König von Thessalonichi, Philipp, Sohn
K. Karls I., f 1277, zwei (Titular-) Kaiser von Constantinopel
(Robert und Philipp), fünf Könige von Sicilien (Neapel) seit
1266 gegeben. Jetzt beruhte das in Italien, Ungarn, der Provence
und Griechenland einst so mächtige Haus auf einer
Frau, die berufen zu sein schien, Italien zu verwirren und rastlos
am eigenen Untergange zu arbeiten, der Königin Johanna II.
(f 1435). Sie war bereits mit dem Herzoge Wilhelm von
Oesterreich vermählt gewesen. Früh Witwe, vermählte sie sich,
bereits vierundvierzigjährig, mit dem Grafen Johann de Ja
Marche, der sie erst als Gefangene behandelte, dann von ihr gefangen
gesetzt, endlich befreit, nach Frankreich zurückkehrte und
dort Einsiedler wurde. Sie selbst erlangte 2. October 1419 die
Krönung, rief dann, um sich gegen den Condottiere Franz Sforza
zu halten, der den Herzog Ludwig von Anjou zur Eroberung
Neapels aufgestachelt, den König Don Alfonso von Aragon
herbei. Er sollte Herzog von Calabrien und dadurch Thronfolger
werden. Als es dem Könige gelang, den Herzog zur Aufhebung
der Belagerung von Neapel zu zwingen, wurde die Adoption des
aragonesischen Königs feierlich anerkannt und 1422 von Papst
Martin V. bestätigt. Bald jedoch wechselte Johanna ihren Entschluss,
um ihn aufs Neue aufzugeben und, nachdem H. Ludwig
1434 gestorben war, ihr Reich Ludwigs Bruder, dem Herzoge
1 Da er sich in den Besitz Roms gesetzt, liess er Münzen schlagen mit
den beiden Schlüsseln und der Umschrift S. Petrus auf der einen Seite,
mit den ungarischen, neapolitanischen und jerusalemischen Wappen und
der Umschrift: Ladislaus Rex auf der andern Seite.