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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Höfler.

die  Absetzung  beider  aussprach. 1  Als  die  Gesandten  Benedicts
hierauf  von  dem  Concil  einen  Geleitsbrief  zu  Papst  Gregor
verlangten,  erklärte  Baltassar  Cossa,  er  werde  sie  mit  oder
ohne  Geleitsbrief  (als  Häretiker)  verbrennen  lassen.  Das
Concil  hatte  sich  selbst  gerichtet  als  es  erst  auf  Betrieb  Cossa’s
den  Peter  Philargi  wählte  und  damit,  wie  König  Ruprecht
sagte,  eine  Trifaltigkeit  und  eine  noch  grössere  Entzweiung
schuf  und  in  der  heiligen  Christenheit  eine  noch  grössere
Schande  als  lange  Zeit  leider  gewesen  ist,  und  ohne  die  Anerkennung ­
  als  allgemeines  Concil  erlangt  zu  haben,  selbst  das
Heilmittel  schwächte,  welches  in  der  Berufung  eines  Concils
bestand;  dann  die  Wahl  Johanns  XXIII.  ermöglichte.  Es  hatte
die  Unmöglichkeit  bewiesen,  die  Einheit  des  Papstthums  wieder
herzustellen;  die  so  nothwendige  Reform  an  Haupt  und  Gliedern
verzog  sich  wieder  in  das  Unbestimmte  und  die  Rettung  des
Ganzen  schien  weder  von  dem  Haupte  noch  von  den  Gliedern
auszugehen,  am  wenigsten,  wenn  man  unter  diesen  eben  nur
die  Cardinäle  verstand.  Die  Symptome  der  Auflösung  mehrten
sich,  in  England  so  gut  wie  im  Königreich  Böhmen.  Man  hatte
das  richtige  Gefühl,  dass  das  Alte  nicht  mehr  ausreichte,  geordnete ­
  Zustände  zu  schaffen;  dass  aber  das  Neue  irgendwie
Behaglichkeit  oder  Vertrauen  erwecke,  konnte  Niemand  behaupten. ­
  Unter  diesen  Verhältnissen  war  es,  dass  nicht  sowohl
ein  Romane  als  ein  deutscher  Fürst,  Sigmund  von  Luxemburg, ­
  kaum  dass  er  römischer  König  geworden  war,  sich  vor
den  Riss  stellte  und  nun  die  deutsche  Stadt  Constanz  auf  habsburgischem
  Territorium  der  Mittelpunkt  und  Sammelplatz  aller
bedeutenden  Männer  des  Abendlandes,  allmälig  das  Stelldichein ­
  aller  Nationen  wurde,  um  durch  gemeinsame  That  nicht
blos  das  zu  vollenden,  was  das  Pisaner  Concil  begonnen,  sondern ­
  auch  das  umzustossen,  was  dasselbe  Irriges  geschaffen,
die  dritte  romanische  Papstreihe,  welche  gerade  damals  der
lasterhafte  Johann  XXIII.  repräsentirte.
Damals  gebührte  es,  den  neuen  Papst,  den  Wiederhersteller
der  Einheit,  aus  der  Mitte  der  deutschen  Bischöfe  zu  wählen
und  somit  der  Kirche  ein  Haupt  aus  jener  Nation  zu  geben,

1  Hefele  V,  S.  871.
            
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