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Höfler.
dieses predigte und mit dem Gebete für die Reformation der
Kirche und den Papst, 1 tief gebeugt durch das Schisma, in
Rom ihr heldenmüthiges Leben endete, das aus Geduld und
Entsagung bestehend, der Zeit als ein ununterbrochenes Wunder
erschien. Der Streit über die Armuth Christi war ein eigenthümlicher
Samen geworden, der einerseits das Bild des Erlösers
in seiner Armuth und Verlassenheit wieder Vielen
vorführte, 2 bei Anderen aber den Plan erzeugte, nicht eher
zu ruhen als bis die Kirche aller weltlichen Macht beraubt
sei. 3 Als aber nun das Schisma sich dadurch befestigte,
dass Clemens VII. unter dem Schutze K. Karls von Frankreich
seine Residenz in Avignon nahm, gebrauchte Bonifacius IX.
die Nonne Ursulina von Parma zur Sendung nach Avignon/ 1
wo sie der Tortur ausgesetzt, der Vergiftung zwei Mal mit
Mühe entrann, 5 endlich bei dem Tode Papst Clemens VII.
anwesend war, der in dem Augenblicke starb, als er sich die
Hände gewaschen hatte um sich zur Tafel niederzusetzen. Die
1 1. c. n. 362, pro reformatione ac bono statu ecclesiae dci et pro vicario
Christi.
2 Dazu gehörte vor Allem der vorher genannte Johannes Columbinus, Schüler
des Karthäusers Pietro Petronio von Siena (f 29. Mai 1361), dessen Lehen
dann auch Columbinus beschrieb (Acta. SS. 29. Mai). Petronio war es, der
den nachherigen Stifter der Jesuaten, die in aller Stille damals entstanden,
bewog, ad evangelicam paupertatem amplexandam (vita P. P.
n. 52). Petrus war eine jener zartgestimmten Seelen, deren Leben ganz
in der Betrachtung des Leidens Christi und in der Nachfolge seines
Lebens, in dem Bestreben die Höhe evangelischer Vollkommenheit (evangelicae
perfectionis fastigium) zu erlangen, aufgegangen war. Auf
die Darstellung der Hingabe für Andere, der Reinheit und Entsagung,
die Pietro Petronio geübt, und die sein Freund Joachim dem Giovanni
Boccaccio mittheilte, fand des letzteren Bekehrung statt (Vita Petri P.
c. XI), welche Petrarca zu dem berühmten Sonette Anlass gab. Leider
hat Peters [Biograph kaum angedeutet, welchen Antheil dieser durch
seinen Schüler Joachim an der Herstellung des Friedens zwischen den
Engländern und Franzosen, in Neapel und anderen Orten nahm (Acta. n. 79).
3 Wie die Florentiner wollten: quod nullam haberet temporalem potentiam
ne posset de ipsis vindictam sumere quoquo modo. Vita n. 420.
4 Simonis de Zanachis, Vita B. Ursulinae (Acta. St. 7. April).
5 Cum B. Ursulinam ad eculeum perduxissent eamque de more ignominioso
sacco suis exutam vestibus cooperuissent et illius jam post tergum
revinctas manus ad eculei funes impiissimi ministri eonnectere satagebant,
etc. n. 26.