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massige Gemahlin auf die empörendste Weise, nahm und
verstiess Frauen nach Wohlgefallen, mordete seine Brüder,
warf aber alle Versuche ihn mit fremder Hülfe zu entthronen
siegreich zurück, bis endlich die Welt das Schauspiel gewahrte,
dass er in unmittelbarem persönlichem Kampfe mit seinem Halbbruder
Heinrich Grafen von Trastamare, der im Zelte vor Montiel
mit ihm auf dem Boden liegend um sein Leben rang, von
diesem erstochen und der Sieger im Bruderkampfe sich als
König von Castilien von der mit dem Blute seines Bruders
gedüngten Erde erhob, 23. März 1369. Einer seiner Getreuen,
vor welchen die Brüder auf dem Boden rangen, hatte ihm
endlich geholfen seinen Fuss auf den Leib Don Pedros zu
setzen und war dieser dem Dolche seines Bruders erlegen.
Die Sache hatte aber eine ganz ausserordentliche Tragweite.
Es war die Zeit, in welcher im Westen mit Casimir
dem Grossen, dem Freunde schöner Jüdinnen, das Könighaus
der Piasten in Polen ausstarb, 1370. Kurze Zeit später erlosch
der Mannsstamm der anjovinischen Könige von Ungarn mit
Ludwig dem Grossen, 1382, und bereiteten sich jene Unruhen
vor, die nach der Ermordung des Anjovinen Karl III. und
dem frühen Tode der unglücklichen Maria von Ungarn, Tochter
K. Ludwigs, zuletzt Sigmund von Luxemburg und dann dessen
Eidam Albrecht von Habsburg den Weg zum Throne von
Ungarn bahnten.
In Frankreich hatte unterdessen die Wiederherstellung
des Reiches durch K. Karl V. und die Zurücktreibung der
Engländer stattgefunden, deren einst so siegreicher König-Eduard
III. nicht nur den Tod seines kühnen und grausamen
Sohnes, des sogenannten schwarzen Prinzen erlebte, sondern
noch den Verlust seiner so glänzend errungenen französischen
Besitzungen, 1377 das Reich nach Aussen geschmälert, nach
Innen zerrüttet seinem Enkel, dem Knaben Richard II., überlassen
musste, mit welchem jene Reihe von Entthronungen
beginnt, die das fünfzehnte Jahrhundert für die Geschichte
Englands so tragisch machen und zuletzt das in so viele Linien
gespaltene Königshaus Plantagenet in das grauenvollste Verderben
ziehen. Als aber drei Jahre nach K. Eduard auch
K. Karl V. von Frankreich starb und nun Karl VI., so lange
er zum Verderben Frankreichs lebte, 1380—1422, fortwährend