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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Hö  fler.

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seinem  Sinne  durchzusetzen,  die  Cardinäle  waren  ihm  jedoch
durch  die  einstimmige  Wahl  Innocenz  VI.  am  18.  März  1352  1
zuvorgekommen.  Allein  der  neue  Papst  mochte  sich  in  Mahnungen ­
  erschöpfe!),  die  Auflösung  der  Dinge  machte  sich  immer
mehr  bemerklich,  das  päpstliche  Staatensystem  liess  sich  nicht
mehr  Zusammenhalten;  die  Willkür  der  Fürsten  kannte  keine
Grenzen,  das  französische  Königreich,  durch  die  Schlacht  von
Maupertuis  an  den  Rand  des  Verderbens  gebracht,  bot  auch
keinen  Schutz  mehr;  der  Dauphin  Karl,  durch  nicht  rühmliche
Flucht  dem  Schicksale  seines  Vaters  entronnen,  wandte  sich  an
den  römischen  Kaiser  um  Hülfe,  als  dieser  in  Metz  die  goldene
Bulle  in  festlichster  Weise  verkündete.  Die  Wehen  des  englischen ­
  Krieges  zogen  sich  auch  an  den  Rhone  und  Innocenz
war  in  Avignon  vor  Freibeutern  nicht  sicher.  Die  Weltlichen
waren  der  Priesterherrschaft  müde  und  wie  auf  allgemeine  Verabredung ­
  fand  in  allen  Staaten  die  Auflehnung  gegen  ihre  zu
weit  gedehnten  Rechte,  ihren  Besitz,  ihre  Genusssucht  statt.
Der  Wendepunkt  der  Dinge  war  mit  dem  Pontificate
Papst  Clemens  VI.  erfolgt.  Es  handelte  sich,  wie  einst  im
römischen  Reiche,  nicht  mehr  darum,  die  Grenzen  der  Macht
zu  erweitern,  sondern  das  Erworbene  vor  der  allgemeinen  Auflösung ­
  zu  wahren.  Das  Gefühl  der  Sicherheit  ging  verloren.
Der  früher  so  feste  französische  Boden  wankte  unter  den
Schritten  der  weltbeherrschenden  Päpste.  Hatte  bei  der  Sendung
des  Cardinais  Albornoz  nach  Italien  der  Gedanke  vorgeschwebt,
ohne  kaiserliche  Hülfe  mit  Italien  fertig  zu  werden,  den  lombardischen ­
  Kirchenstaat  Giovanni  Visconti’s  ebenso  zu  beseitigen
als  das  Patrimonium  wieder  herzustellen,  so  musste  sehr  bald
der  kriegerische  Cardinalfeldherr  sich  auch  der  Sorge  um
Neapel  unterziehen.  Und  schwebte  vielleicht  im  Hintergründe
des  Planes  der  Gedanke,  nach  Rom  zurückzukehren,  so  konnte
dieses,  als  Albornoz  gestorben  war,  doch  nur  mit  Unterstützung
des  Kaisers  in  Ausführung  gebracht  werden.  Bereits  mussten
der  Kaiser  und  der  König  von  Ungarn  gegen  Barnaba  Visconti
von  Mailand  aufgeboten  werden,  Avignon  wurde  befestigt  und
1  liayn.  1352,  20.  Innocenz  cassirte  die  Capitulation.  Die  eilf  Capitel  bezogen
sich  vornehmlich  auf  Sicherstellung  der  Rechte  des  Cardinaiscollegiums,
ihre  Einkünfte,  Besitzungen,  auf  Nichtveräusserung  von  Theilen  des
Kirchenstaates.  Höfler,  zur  Kritik.  Abth.  II.  1878.
            
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