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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Hofier.

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bung  des  Königreiches  durch  die  Franzosen,  welche  mit  aller
Consequenz  daran  arbeiteten,  sich  dieses  Schlüssels  zu  Italien
zu  bemächtigen.
Früher  als  der  Untergang  Arelats  schien  aber  jetzt  der
der  übermächtigen  und  übermüthigen  französischen  Krone  einzutreten, ­
  als  nach  dem  Tode  K.  Philipp  VI.  22.  August  1350
in  der  Schlacht  von  Maupertuis  am  9.  September  1356  12.000
Engländer  gegen  100.000  Franzosen  den  glänzendsten  Sieg
erfochten,  K.  Johann  selbst  zum  Gefangenen  machten,  der
neue  Dauphin  Karl  durch  schimpfliche  Flucht  sich  rettete,  in'
Frankreich  selbst  eine  der  gefährlichsten  Revolutionen  ausbrach, ­
  endlich  der  Friede  von  Bretigny  8.  Mai  1360  dem  Könige
Eduard  von  England  Poitou,  la  Saintonge,  l’Agenois,  Limosin,
Quercy,  Tarbes,  PÄngoumois,  le  Rovergne,  Montreuil,  le  Ponthieu,
Calais  mit  fünf  Herrschaften,  die  Grafschaft  Guines,  die  normannischen ­
  Inseln  übergab.  Und  als  der  französische  König
nun  auch  den  Traditionen  seines  Hauses  entgegen,  das  nach
kurzem  Besitze  das  Königreich  Navarra  an  das  Haus  Evreux
verloren,  Frankreich  unter  seine  Söhne  theilte,  die  Linien  Anjou,
Berry,  Burgund  begründete,  zu  diesen  Linien  sich  die  von
Bourbon,  später  die  von  Orleans  gesellten,  so  schien  die  zweite
Hälfte  des  vierzehnten  Jahrhunderts  bestimmt,  auf  eine  Periode
maassloser  Erhebung  den  tiefsten  Verfall  des  französischen
Königthums  zu  erblicken,  dessen  weltumspannende  Pläne,  seit
der  gelobte  Kreuzzug  nicht  angetreten  worden  war,  wie  Seifenblasen ­
  vergingen.  Ehe  jedoch  diese  Katastrophe  des  französischen ­
  Königthums  einbrach,  erfolgte  jene  glänzende  Wiederaufrichtung ­
  des  Papstthums  durch  Clemens  VI.,  dessen  Namen
sich  würdig  an  den  eines  Bonifaeius  VIII.,  eines  Innocenz  III.
anschliesst  und  der  in  dieser  Reihenfolge  keinen  Nachmann
fand  (7.  Mai  1342  bis  6.  December  1352).
Petrus  Roger,  ein  Limosiner  von  Malmont,  galt  als  eine
der  fähigsten  Persönlichkeiten  seiner  Zeit.  Man  rühmte  nicht
blos  sein  grosses  theologisches  Wissen,  sondern  namentlich  auch
sein  bewunderungswürdiges  Gedächtniss,  das  sich  in  Folge  eines
auf  seinen  Kopf  geführten  Schlages  plötzlich  eingestellt  habe.
Er  trat  in  der  alten  Benedictinerabtei  Chaise  Dieu  (Casa  Dei)
in  den  Benedictinerorden,  wurde  in  Paris  Magister  der  Theologie, ­
  dann  Abt  von  Fecamp,  jener  Abtei,  zu  welcher  sich
            
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