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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  rornan.  Welt  und  ihr  Verhältnißs  zu  den  Reformideen  des  Mittelalters.  365

Erst  Peter  (IV.)  Corsini,  im  Jahre  1375  Cardinalbischof  von
Porto,  war  wieder  ein  Italiener.  Von  den  Cardinalbischöfen  von
S.  Sabina 1  waren  seit  1302  drei  Franzosen,  im  Jahre  1336
Matteo  Orsini  ein  Italiener,  dann  folgten  theils  Spanier,  theils
Franzosen.  Von  den  Cardinalbischöfen  von  Palestrina  eröffnete
  den  französischen  Reihen  Peter  von  Anablay  (de  la
chapelle),  Herr  von  Taillefer,  Erzbischof  von  Toulouse,  Kanzler
von  Frankreich,  y  1312;  dann  folgte  der  Erzbischof  von  Aix
Guillaume  Mandagot,  f  1361;  Pierre  du  Pre,  f  1361;  Raimondvon
  Canilac  (Canniladro),  y  1373;  dem  endlich  ein  Engländer,
Simon  von  Langham,  folgte,  nach  ihm  kam  aber  1376  Johann
de  Cros  (Creux),  Bischof  von  Limoges.  In  dem  Cardinalbisthum
  von  Tusculum  wechselten  seit  -dem  Tode  Giovanni
Boccamazza’s  y  1309  erst  zwei  Franzosen  (der  Erzbischof  von
Bourges  Berenger  Fredule,  dann  Bertrand  Augier  de  la  Tour),
dann  der  Erzbischof  von  Neapel  Annibale  di  Ceccano;  auf
diesen  kam  ein  Franzose  Wilhelm  de  Court,  Erzbischof  von
Alby,  f  1361,  der  Römer  Nicolaus  Capocci  f  1368,  der  Franzose ­
  Egid  Ascellin,  (von  Montaigu  und  nach  dessen  Tode  1378
Thomas  de  Frignans)  1379  Johann  von  Grauges.
Zu  den  Cardinalbischöfen  von  Albano  gehörten  seit  1311
Arnold  von  Auch,  Bischof  von  Poitiers,  der  Minorit  Bruder
Vitale  du  Foirr,  1327/28  der  Neffe  Papst  Johanns,  Gozelin
von  Ossa  (Euse)  f  1348,  Talleyrand  Graf  von  Perigueux
f  1364,  Peter  Iteri  aus  Frankreich,  Egid  von  Grimold,  Neffe
oder  Bruder  Papst  Urbans  V.,  f  1388.
Es  ist  nach  diesen  Thatsachen  nicht  nothwendig,  Weiteres
anzuführen.  Johann  XXII.  leistete  endlich,  als  sechszehn  Franzosen, ­
  sechs  Italiener  und  ein  Spanier  im  Cardinalscollegium
sich  befanden,  selbst  dem  Ansinnen  noch  einen  Franzosen  zu
erheben,  Widerstand.  Da  hatte  K.  Ludwig  X.  von  Frankreich
seine  Gemahlin  Margaretha,  Tochter  Roberts  II.  von  Burgund,

1  Erst  Peter  Erzbischof  von  Bourges  f  1310,  daun  Armand  Fouquires  f  1317
der  Dominikaner  Wilhelm  von  Gondiu  aus  Bayonne  f  1336,  Matteo
Orsini  f  1340,  Peter  de  Marmotte  -j-  1345,  der  Spanier  Pedro  von  Barrosso
  f  1348,  der  Franzose  Bertrand  Deux,  der  Spanier  Egidio  Albornoz
f  1367,  Bruder  Wilhelm  von  Aigrefeuil,  Erzbischof  von  Saragossa,  f  1369,
der  Franzose  Philipp  von  Cabassole  y  1372,  dann  Joh.  von  Blandian,
Bischof  von  Nimes.  Vergl.  Gams,  series  episcop.  eccles.  cath.  1873.
            
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