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ein obscurer Abt oder Augustiner, sondern der italienische
Ordensgoneral gegen den französischen Papst als Ankläger
auf; er suchte den Beweis zu liefern, dass der Papst ein Ketzer
sei, worauf ihn Ludwig nochmal absetzte, nicht bemerkend,
dass er dadurch die Rechtlichkeit des ersten Processes in
Zweifel ziehe. Ausdrücklich behauptet auch eine Chronik, in
Pisa sei eine Strohpuppe mit Pontifiealgewändern bekleidet
und als Johann XXII. den Flammen übergeben worden. 1 Damals
muss Michael bereits Cardinalbischof von Ostia des Kaiserpapstes
geworden sein. Dieser hielt am 3. Jänner 1329, umgeben
von sieben Cardinälen einen feierlichen Einzug in Pisa,
wurde von dem Kaiser und von den Pisanern mit grossen
Ehren empfangen, und wahrscheinlich war es dann am Epiphaniatage
(6. Jänner), dass ihn Michael als Bischof von Ostia
krönte. Am 8. Jänner predigte sodann Nicolaus V. und ertheilte
denen, welche von Papst Johann abfallen würden, Indulgenzen. 2
Es kam seit Miohelino statt des Marsilio Einfluss ausübte,
ich sage nicht mehr Würde, aber mehr System in das Ganze,
mehr Halt in die Zerfahrenheit.
Bruder Michael selbst erzählte später, wie er zu Peter von
Corbaro, seinem früheren Assistenten und nun durch sein
Werk ,Vicar des Antichrists', gekommen, und bewirkte, dass
seine Brüder von dem Gegenpapste Aemter und geistliche
Würden annahmen. 3 Er selbst habe in der Hauptkirche den
1 Cod. Vatic. 3758, p. 202. Ludovicus Bavarus cum fratre Pietro ord. minor.
antipapa et quibusdam aliis fecerunt imaginem ad similitudinem Johannis
Papae in pysis induentes eam pontificalibus et praesente populo quautuin
in eis fuit Jolianncm Papam degradaverunt et publice ipsius imaginem
cremaverunt.
2 Processus contra Petrum de Castro, contra Robertum Episcopum Bononiensem
et multos fratres ordinis S. Francisei, contra Franeiscuin de
Alviano pronuntiatum Episcopum Ameliensem ab antipapa Nicolao. (Tiidices
et excerpta variorum monumentorum manuscriptorum codicuin, arcliivorum
etc. Ms.)
3 Der Erzbischof von Pisa, Bruder Simon Saltarelli, aus einem angesehenen
florentinischen Gesclileclite, Dominikanermönch. floh vor Ludwig
nach Florenz, wurde als Rebell erklärt, und Gerard Rolando, Bischof
von Alineria, welcher nachher Ludwig zum Kaiser salbte, zum Administrator
des Erzbisthums erhoben. Dieser scheint sich aber 1329 zu seiner
Diöcese zurückbegebeü zu haben und nun erhob Nicolaus V. nach dem
Willen Ludwigs, einen gewissen Lanfrank auf den erzbischöflichen