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Höfler.
auf welcher sich das Papstthum ohne Kaiserthum befand.
Wie letzteres nach dem Untergänge der Hohenstaufen sich
um jeden Preis um einen advocatus ecclesiae umsehen musste,
musste das Kaiserthum, als es eine ähnliche doctrinelle Höhe
erklommen und sich nun wie auf einem Gletscher niedergelassen
hatte, einen Papst schaffen. Niemals empfand dasselbe das
Unbefriedigende seiner doctrinellen Allmacht stärker, als
in dem Momente, in welchem es Alles und Alles umfassen
sollte, selbst aber nicht, wie das Papstthum auch nur einen
legalen Boden besass. Es befand sich damals mit den Mönchen,
die trotz der bestimmten Abmahnung des Cardinallegaten
Theodor die interdicirte Stadt nicht verlassen hatten, auch
der Minorit Pietro Rainalducci, nach den Einen von Corvara,
zwischen Tivoli und den Abruzzen, nach den Andern von Corbaro
bei Orvieto. Er hatte sich, wie Bernardus erzählt, mit
einer gewissen Johanna, Tochter des Mathäus von Corbaro (bei
Orvieto) verheiratet. Nach fünfjähriger Ehe behagte ihm diese
Verbindung nicht mehr. Er trat in den Orden der Minderbrüder,
jedoch im Streite mit seiner Frau, so dass es darüber zum Processe
kam, welcher vor dem Bischof von Rieti geführt wurde.
Er war als Ordensmann nach Ara Coeli, in das grosse Miuoritenkloster
in Rom gekommen und hatte dort äusserlich ein erbauliches
Leben geführt, dabei aber sich selbst nicht vergessen, 1
galt aber bei den römischen Frauen, die bei ihm ein- und ausliefen,
als Gottesmann, was freilich nicht hinderte, dass in Betreff
der Armuth wie der Keuschheit bei seinen Oberen für ihn
nicht ganz günstige Gerüchte entstanden. Er war endlich Assistent
Fra Michelino’s geworden und es ist gewiss keine leere
Vermuthung, dass die Rolle, welche er von dem Einzüge Ludwigs
in Rom an spielte, im Einverständnisse mit jenem stattfand,
Fra Michelino in Avignon auf das Genaueste von dem unterrichtet
war, was in Rom vorging. Bruder Peter machte sich
kein Gewissen daraus, in der interdicirten Stadt zurückzubleiben,
selbst Messe zu lesen, hatte damit, während sein
Ordensmeister in Avignon noch den ,Sohn des Gehorsams'
1 Alvarus Pelagius de planctu ecclesiae (geschrieben 1332 in Avignon,
revidirt in Ramea in Algarve 1335, in S. Jago da Campostelia 1341.