Die roman. Welt und ihr Verhältnis zu den Reformideen des Mittelalters. 341
Inion uomo (im Ganzen 13) vor Ludwig gefordert und bei ihm
Ratli gehalten. Bereits war man übereingekommen, einen neuen
Papst zu wählen; denn da der alte abgesetzt war, verstand es
sich von selbst, dass man auch nicht vor diesem Schritte
zurückbebte. Man vereinigte sich zu einem neuen Gesetze, das
nun auch sogleich veröffentlicht wurde: der neue Papst, den
der Kaiser und das römische Volk zu wählen gedächten und
dessen Nachfolger, müssten in Rom verweilen, dürfe nur auf
drei Monate im Jahre sich entfernen und da nicht auf weiter
als zwei Tagereisen und nur mit Erlaubniss des römischen
Volkes. Er müsste zurückkehren, wenn das Volk ihn verlange
und komme er auf dreimalige Aufforderung nicht, so höre er
von selbst auf, Papst zu sein und könne man zur Wahl eines
neuen Papstes schreiten. 1 Zugleich wurde denjenigen Römern,
welche in Folge des Streites mit den Deutschen gefangen
sassen, Pardon gewährt, um so die Römer wieder für Ludwig
und dessen weitere Pläne zu gewinnen. Dennoch dauerte es
noch bis zum 12. Mai, dass die Vorbereitungen zum Plauptschlage
zu Ende kamen. Vielleicht -wartete man Bruder
Michelino ab, der aber Avignon noch immer nicht verlassen
konnte. Allmälig war ein Vierteljahr verstrichen, seit am
7. Jänner Ludwig in Rom eingetroffeu war. Er war in dieser
Zeit von St. Peter nach Maria Maggiore, in den Lateran, von
da wieder nach St. Peter gezogen, hatte die Krönung durch
die Syndici erlangt, einige Decrete erlassen und den dem Papste
treu gebliebenen Clerus dem Marsilius überantwortet. Darüber
war Astura in die Hände K, Roberts gekommen, eine neapolitanische
Flotte bedrohte aufs Neue Ostia, ein Zug gegen die
neapolitanische Grenze war bisher nicht erfolgt, die heisse
Jahreszeit rückte heran und wenn Ludwig gezwungen war,
umzukehren, musste er sich sagen, seine Krönung am 17. Jänner
sei denn doch eine Cäremonie gewesen, die ihn eher zu Allem
berechtigte als — zum Kaisertitel. Man darf überzeugt sein,
dass dies auch von dem deutschen Heere wohl gefühlt wurde.
Man musste daher auf ein Mittel denken, dem Mangel an gütigen
Rechtsformen zu steuern und da war man in raschem
Laufe durch alle Stadien auf eine ähnliche Höhe gekommen,
1 Siehe litterae Ludovici Bavari im Cod. Vallicell. B. 34.
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